Aus der Hochschule

Lehrprojekt aus Münster feiert Jubiläum

Im Herbst 2012 fiel der Startschuss für die „PharMSchool“, ein innova­tives Lehrkonzept aus Münster. Knapp sieben Jahre später hat das aktuelle 8. Semester nun zum zehnten Mal zum Abschlusssymposium geladen.

Frei, kreativ und eigenständig – das sind keine Begriffe, die für gewöhnlich mit dem Pharmaziestudium assoziiert werden. Anders bei der PharMSchool in Münster, die in diesem Januar ihr zehntes Abschlusssymposium feierte.

Bei der PharMSchool handelt es sich um ein Projekt der Pharmaziestudierenden in Münster. Studierende erarbeiten eigenständig Fragestellungen in den unterschiedlichen pharmazeutischen Fachgebieten. Anschließend erforschen sie im Rahmen der regulären Laborpraktika ihre eigenen Fragestellungen und tragen diese dann zum Ende ihres Studiums zusammen, um sie bei dem festlichen Symposium zu präsentieren.

Foto: Johannes Starp
Das diesjährige PharMSchool-Semester mit den betreuenden Professoren und dem Koordinatorenteam.

In seinen Grußworten zu Beginn der Veranstaltung umriss Prof. Dr. Klaus Langer die Entwicklung des Projekts von seinen Anfängen bis zum dies­jährigen Jubiläumssymposium und betonte den Stellenwert des Projekts vor dem Hintergrund des „forschenden Lernens“. Auch Frau Potthast von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe würdigte das Projekt. Außerdem richteten der Prodekan des Fachbereiches Chemie und Pharmazie Prof. Dr. Thomas Schmidt, die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft und der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller ihre Grüße aus.

Die Gruppen, deren Themenschwerpunkte in diesem Semester nach Organen ausgewählt waren, stellten ihre Projekte aus den unterschiedlichen pharmazeutischen Teildisziplinen vor, die sie in den vergangenen Jahren erarbeitet hatten. So präsentierte die Projektgruppe „Schilddrüse“ die Ergebnisse ihrer Zellversuche mit selbst hergestellten Wolfstrapp-Extrakten aus der pharmazeutischen Biologie. Die Gruppe „Pankreas“ stellte ihren Patientenfall aus der klinischen Pharmazie vor. Dabei berichtete sie von ihrem Mukoviszidose-Patienten und seiner Medikation. Andere Gruppen stellten ihre Projekte aus der pharmazeutischen Technologie vor. So führte die Gruppe „Darm“ einen Vergleich der verschiedenen Herstellungsverfahren von Suppositorien durch, und die Gruppe „Leber“ erläuterte verschie­dene Methoden zur Herstellung von orodispersiblen Filmen, welche das Umgehen des First-Pass-Effektes möglich machen sollen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch zwei spannende Gastvorträge. Dabei gab Prof. Dr. Thomas Efferth aus Mainz einen Überblick über seine Forschung auf dem Gebiet der Naturstoffe in der Onkologie. Außerdem gewährte Oberstabsapotheker Dr. Frederik ­Vongehr vom Versorgungs- und Instandhaltungszentrum der Bundeswehr in Quakenbrück interessante Einblicke in die Katastrophen- und Notfallpharmazie. Bereichert wurde das Programm zudem durch einen studentischen Vortrag von Sebastian Schreiber, der sich parallel zum Stu­dium mit Naturstoffen zur Inhibition der bakteriellen Zellwandsynthese beschäftigt hatte.

Gegen Ende der Veranstaltung wurden der beste studentische Vortrag und die beiden besten Poster ausgezeichnet. Dabei durfte sich die Gruppe „Herz“ mit ihrem Vortrag über mit Valsartan beschichtete Stents über den Vortragspreis freuen. Die Gruppen „Niere“ und „Leber“ wurden mit ihren Postern „Nie wieder Nierensteine?“ über den Einfluss von Hydroxycitrat auf die Bildung und die Stabilität von Nierensteinen und „Mariendistel – ein Therapierisiko?“ über CYP-Interaktionen von Silibinin mit dem Posterpreis ausgezeichnet.

Zum Schluss dankte das Semester dem betreuenden Koordinationsteam.

Nils Jacob

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