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AOKen freuen sich auf Biosimilar-Austausch

WIdO begrüßt Spahns Pläne für mehr Wettbewerb im biosimilarfähigen Markt

BERLIN (ks) | Bei Biologicals steckt noch viel Luft in den Preisen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO). Demnach gibt die gesetzliche Krankenversicherung jährlich vier Milliarden Euro für patentfreie biologische Arzneimittel aus. „Käme konsequent das preiswerteste vergleichbare biosimilarfähige Arzneimittel in der Therapie zum Einsatz, könnten jährlich 750 Millionen Euro zusätzlich gespart werden“, so das WIdO.

Hoffnung setzt das WIdO nun in das geplante Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV). Es sieht eine verpflichtende Substitution von hochpreisigen Biologika durch Biosimilars in der Apotheke vor – allerdings erst in drei Jahren. „Damit wird dann endlich mehr Wettbewerb auch bei biologischen Arzneimitteln möglich“, freut sich Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO, schon jetzt. „Die aus anderen europäischen Ländern bekannten Preisnachlässe können dann auch in Deutschland auf diesem stetig wachsenden Markt realisiert werden.“ So könnten künftig auch im Biosimilarmarkt Rabattverträge genutzt werden. Damit werde finanzieller Spielraum für Arzneimittelinnovationen an anderer Stelle geschaffen. Die verzögerte Einführung ist für das WIdO allerdings ein „Wermutstropfen“.

Der Markt ist beachtlich. Laut WIdO-Analyse erreichen biosimilarfähige Arzneimittel mit aktuellen Nettokosten von 4 Milliarden Euro einen Markt­anteil von 10 Prozent des gesamten GKV-Arzneimittelmarktes in Höhe von 39,4 Milliarden Euro.

Wie viel Einsparpotenzial durch Biosimilars zu heben ist, zeigt das WIdO am Beispiel des wohl prominentesten Biologicals Humira® (Adalimumab) auf. Als Abbvie noch Alleinanbieter war, schaffte es Adalimumab zum umsatzstärksten Arzneimittel der Welt und bescherte dem Hersteller jährlich 16 Milliarden US-Dollar an Umsatz. Mittlerweile ist es auch Vorreiter bei den Einsparungen: Laut WIdO liegen die Preisnachlässe im Mittel über alle Biologika bei 17,1 Prozent, während bei Adalimumab bereits 37 Prozent erreicht werden. |

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