Arzneimittel und Therapie

Emerade-Pens: nicht über 25 °C

Aktivierungsfehler wird durch hohe Temperaturen begünstigt

cst | Bereits Anfang Oktober hatten die Pharma Swiss Česká republika s.r.o. (Zulassungsinhaber) und die Dr. Gehard Mann chem.-pharm. Fabrik (Mitvertreiber) in einem Rote-Hand-Brief über einen „initialen Aktivierungsfehler“ des Adrenalin-Pens Emerade® informiert (DAZ 2019, Nr. 41, S. 27). Es wurden vermehrt Fälle berichtet, in denen die Nadel bei normaler Auslösekraft nicht aus ihrer Vorrichtung gelöst wurde und das Notfallmedikament zur Behandlung von schweren akuten allergischen Reak­tionen nicht appliziert werden konnte. Nun wurde eine mögliche Ursache für dieses Problem identifiziert: Wird der Fertigpen Temperaturen über 25 °C ausgesetzt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Auto-­Injektor nicht aktiviert werden kann. Wie der Hersteller mitteilt, sind alle Chargen betroffen. Der Vertrieb des Adrenalin-Pens wird vorerst eingestellt und voraussichtlich erst im zweiten Quartal 2020 wieder aufgenommen. Patienten, die einen Emerade®-Pen bei Temperaturen über 25 °C aufbewahrt haben, sollten sich von ihrem Arzt einen neuen Adrenalin-Injektor eines anderen Herstellers verordnen lassen. Infrage kommen Fastjekt® von Meda Pharma und Jext® von der ALK-Abelló Arzneimittel GmbH. In der Vergangenheit kam es bei den Adrenalin-Pens jedoch immer wieder zu Lieferschwierigkeiten. Um Engpässe zu vermeiden, sollen Emerade®-Pens, die ordnungsgemäß gelagert wurden, daher bis zum Verfalldatum weiter genutzt werden. Pens, die hohen Temperaturen ausgesetzt waren, sollten erst dann entsorgt werden, wenn die Patienten einen Ersatz erhalten haben. Zur Sicherheit sollten Allergiker auch weiterhin immer zwei Emerade®-Pens mit sich führen – auch dann, wenn diese ordnungsgemäß gelagert wurden. |

Literatur

„Emerade 150/300/500 Mikrogramm Injektionslösung in einem Fertigpen“ – Aktualisierung zur Thematik „initialer Aktivierungsfehler“. Rote-Hand-Brief vom 9. Dezember 2019. www.abda.de

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