DAZ aktuell

Desloratadin wird rezeptfrei

BMG plant AMVV-Änderung

ks/ral | Für Desloratadin liegt bereits seit Längerem eine Empfehlung für einen OTC-Switch vor. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ist ihr bislang allerdings nicht gefolgt und Hexal hatte des­wegen geklagt. Mit Erfolg: Nun wird Desloratadin rezeptfrei.
Foto: Gerhard Seybert - stock.adobe.com

Das BMG hat den Entwurf einer 19. Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungs-verordnung (AMVV) vorgelegt. Sie sieht nur eine einzige Neuregelung vor: In der Anlage 1 der AMVV, in der die verschreibungspflichtigen Stoffe aufgeführt sind, wird die Position „Desloratadin“ neu gefasst. Ausgenommen von der Verschreibungspflicht sind demnach „Arzneimittel in der oralen Anwendung zur symptomatischen Behandlung bei allergischer Rhinitis und Urtikaria bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab zwei Jahren, es sei denn, es handelt sich um von der Europäischen Kommission als verschreibungspflichtig zugelassene Arzneimittel“.

Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. September 2019 (BVerwG 3 C 3.18). Dieses hatte festgestellt, dass die Aufrechterhaltung der Verschreibungspflicht für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Desloratadin in der besagten Indikation die klagende Zulassungsinhaberin – Hexal – in ihren Rechten ver­letze. Vorausgegangen war ein langjähriger Rechtsstreit, in dem erstmals ein Unternehmen auf einen OTC-Switch geklagt hat. |

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