Arzneimittel und Therapie

Erfolge mit Tisagenlecleucel

Patienten mit therapierefraktärem B-Zell-Lymphom profitieren von CAR-T-Zell-Therapie

Etwa jeder zweite Patient mit einem refraktären oder rezidivierten B-Zell-Lymphom sprach in einer Phase-II-Studie auf eine Immun­therapie mit Tisagenlecleucel an. Dies ist bemerkenswert, da unter konventionellen Therapien in diesem Krankheitsstadium nur sehr geringe Ansprechraten erzielt werden.

Patienten mit einem rezidivierten aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom vom B-Zell-Typ haben nach Versagen der Erstlinientherapie eine schlechte Prognose mit medianen Überlebens­raten von etwa vier Monaten. Seit Kurzem steht mit Tisagenlecleucel (Kymriah®) eine neue Behandlungs­option zur Verfügung. Im Rahmen dieser Therapie werden autologe T-Zellen ex vivo gentechnisch verändert und die so gewonnenen CAR[chimeric antigen receptor]-T-Zellen dann reinfundiert. Die CAR-T-Zell-Therapie darf nur an qualifizierten Behandlungszentren durchgeführt werden.

In der nun publizierten JULIET-Studie, die zur Zulassung geführt hat, wurden 93 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem B-Zell-Lymphom mit Tisagenlecleucel behandelt. Der primäre Studienendpunkt war der Anteil an Patienten mit bestem Ansprechen nach einer Beobachtungsdauer von mindestens drei Monaten. Dieser lag bei 52%: Bei 40% der Probanden war ein komplettes Ansprechen nachweisbar, bei 12% ein partielles. Das rückfallfreie Überleben ein Jahr nach dem initialen Ansprechen wurde auf 65% geschätzt, auf 79% bei den Patienten mit vollständigem Ansprechen. Die geschätzte Wahrscheinlichkeit für das Gesamtüberleben ein Jahr nach Infusion der CAR-T-Zellen betrug in der Gesamtgruppe der Studienteilnehmer 49%. Bei den Patienten mit komplettem Ansprechen lag der Wert bei 90%. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren ein Zytokininfreisetzungs-Syndrom, neurologische Ereignisse, langanhaltende Zytopenien, Infektionen und febrile Neutropenien. |

Quelle

Schuster S et al. Tisagenlecleucel in Adult Relapsed or Refractory Diffuse Large B-Cell Lymphoma. N Engl J Med 2018; doi: 10.1056/NEJMoa1804980

Apothekerin Dr. Petra Jungmayr

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