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Engpässe durch Exklusivverträge

Neue Studie von Pro Generika

eda | Wenn es um die Ursachen von Lieferengpässen bei generischen Arzneimitteln geht, stehen die Rabattverträge ganz schnell im Fokus. Eine vom Branchenverband Pro Generika in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Fazit: Exklusiv­verträge sind besonders kritisch.
Foto: Svea Pietschmann

Laut dem Deutschen Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) betrug die Anzahl der nicht verfügbaren Rabattarzneimittel 2018 rund 9,3 Millionen Packungen. Nun ergänzt der Branchenverband Pro Generika die Aussage mit einer eigenen Analyse. Eine vom IGES Institut durchgeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der Verordnungen, die in der Apotheke mit dem Hinweis auf eine Lieferunfähigkeit abgegeben wurden, ursprünglich aus Rabattverträgen mit nur einem Hersteller entstammen. Diese sogenannten Exklusivverträge seien laut Pro Generika für die Kassen aus Kostengründen interessanter, würden jedoch öfter zu versorgungskritischen Situationen führen als solche, die mit mehreren Unternehmen geschlossen werden. Vor allem seien es die Ersatzkrankenkassen und die AOK (s. S. 22), die auf Verträge mit nur einem Hersteller setzen würden. Für einige Wirkstoffe soll ihr Anteil bei 90 Prozent liegen. Pro Generika-Geschäftsführer Bork Bretthauer betont, dass die Studie erstmalig zeige, dass es vor allem durch Exklusivverträge zu mehr Lieferausfällen komme und die Zahl der Nichtverfügbarkeit oft kleingeredet werde. |

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