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Barmer setzt auf Mehrpartnermodell

Fast drei Viertel der ausgeschriebenen Lose soll an bis zu drei Bieter vergeben werden

STUTTGART (ks) | Die Barmer hat die 13. Tranche ihrer Arzneimittelrabattverträge ausgeschrieben. Unter den 128 Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen, deren jährliches Umsatzvolumen die Kasse mit rund 460 Millionen Euro jährlich beziffert, finden sich Wirkstoffe wie zum Beispiel Atorvastatin oder Aciclovir.

Die neuen Rabattverträge sollen ab 1. Oktober 2020 die bisherigen Ver­träge der elften Tranche ablösen und zwei Jahre laufen. Die Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen sind in 151 Fachlosen ausgeschrieben. Davon werden 112 Lose (74,2 %) im Mehrpartnermodell ausgeschrieben – bis zu drei Bieter sollen den Zuschlag bekommen. 39 Lose werden exklusiv vergeben. Die Kasse setzt laut einer Mitteilung „die erfolgreiche Strategie fort, bei der die zuverlässige Versorgung der Versicherten mit hochwertigen Arznei­mitteln im Vordergrund stehe“. Wenn mehrere Produkte zur Auswahl stünden, biete dies Versorgungsalternativen und beuge Lieferengpässen vor.

Die Barmer verfolgt also offensichtlich eine andere Strategie als die AOKen, die Exklusivverträge bevorzugen. Der Chef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, verteidigt diese immer wieder gegen Kritik und weist Forderungen nach verpflichtenden Mehrfachvergaben, wie sie zum Beispiel die Apotheker aufstellen, zurück: Gerade kleinere Unternehmen könnten in einem Mehrpartnermodell ihren Absatz und damit ihren Angebotspreis nicht planen und würden so aus dem Markt verdrängt. Einen Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und exklusiven Rabattverträgen sieht Hermann nicht. |

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