Fotos: DAZ/Alex Schelbert

Expopharm 2019

Impressionen von der Messe

DÜSSELDORF (ral) | Die Düsseldorfer Messe wird derzeit modernisiert und sieht von außen noch ziemlich wild aus. Um auf die Expopharm zu gelangen, mussten die Besucher vergangene Woche mitten durch Baustellengelände. Wer es geschafft hatte, stand dafür in einer brandneuen Messehalle, die über Tageslicht verfügte und im Vergleich zur zweiten Expopharm-Halle deutlich luftiger war. Eine dritte Halle benötigte die Expopharm in diesem Jahr nicht mehr – obwohl wie im vergangenen Jahr über 500 Aussteller vor Ort gewesen sein sollen. Sie präsentierten Bekanntes und Neues an Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetika, bei der Warenwirtschaft, der Automation, dem Apothekenmanagement sowie bei Dienstleistungen rund um die Apotheke. Auch wir von der DAZ waren wieder auf der Expopharm unterwegs. Was wir dort alles entdeckt haben, haben wir für Sie auf den folgenden Seiten zusammengetragen.

Arzneimittelhersteller findet man auf der Expopharm mittlerweile vor allem rund um die Pharmaworld. In Düsseldorf war hier unter anderem Dr. Willmar Schwabe mit den Marken Tebonin und Carmenthin vertreten, Hennig Arzneimittel mit den Marken Licener, Antijump, Trivital, Wortie und Footner, die Apofaktur mit der Marke Mama Aua, für die sie vor Kurzem den Vertrieb übernommen hat, sowie Pflüger mit Ranocalcin und Otofren. Reckitt Benckiser präsentierte im Umfeld der Pharmaworld Dobendan direkt und klärte darüber auf, dass bei erkältungsbedingten Halsschmerzen die Gabe von Antibiotika keinen Sinn macht und zur Verringerung des Resistenzrisikos daher vermieden werden sollte. Und Pfizer informierte hier über seine Marken Thermacare und Vitasprint. Letztere bekommt aktuell mit Vitasprint Pro Immun Zuwachs und umfasst somit nun drei Produkte. Bei dem neuen Vitasprint Pro Immun handelt es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel. Es enthält Acerola­frucht- und Ingwerwurzel-Extrakt sowie Zink und die Vitamine C, D und B6 und soll damit das Immunsystem unterstützen.

Foto: DAZ/Alex Schelbert

Mit Bionorica ethics, Aurora Arzneimittel und Cannamedical waren im Pharmaworld-Bereich zudem drei Unternehmen mit dem Thema Medizinalcannabis vertreten. Dieses Thema nahm auf der Expopharm insgesamt einen breiten Raum ein und fand sich auch noch an verschiedenen weiteren Ständen in den beiden Messehallen. So informierte z. B. die Caesar & Loretz GmbH an ihrem Messestand darüber, dass sie ihr Sortiment in Kürze um Cannabisblüten erweitern wird. Beim Arzneimittelimporteur CC Pharma konnte man erfahren, dass ein Fokus des Unternehmens nun auf medizinischem Cannabis liegt, und der ursprünglich kanadische Hersteller von medizinischem Cannabis, Aphria, war mit seiner Deutschland GmbH vor Ort, um bekannt zu machen, dass Aphria-Produkte künftig auch hierzulande erhältlich sind.

Foto: DAZ/Alex Schelbert

Mit Pharmaworld-unabhängigen Messeständen präsentierten sich auf der diesjährigen Expopharm unter anderem Salus, T&D Pharma, Bene-Arzneimittel, Dreluso, Symbiopharm, TAD Pharma, Infectopharm mit der Tochterfirma Pädia sowie Wörwag. Bei Salus wurden unter anderem die Salus-Arzneitees und die verschiedenen Floradix-Präparate präsentiert. Informationen gab es zudem zu den im vergangenen Jahr neu auf dem Markt eingeführten Produkten Darm-Care Biotic Duo und Darm-Care Biotic Reizdarm. Bei Darm-Care Biotic Duo handelt es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform mit einer Kombination aus aktiven Milchsäurekulturen und Mikronährstoffen für den Erhalt einer gesunden Darmschleimhaut. Darm-Care Biotic Reizdarm ist zum Diätmanagement bei Reizdarmsyndrom gedacht und enthält neben aktiven Milchsäurekulturen speziell aufbereitetes Guarkernmehl. Im Mittelpunkt des Messestands von Bene-Arzneimittel standen in diesem Jahr die Ohrenpflege-Produkte Normison und Cerustop. Die Medizinprodukte können einer Entzündung des äußeren Gehörganges (Otitis externa) vorbeugen und sind für Erwachsene und Kinder ab drei Jahren geeignet. Infecto­Pharm sowie Pädia präsentierten ihre Produktportfolios für Babys, Kinder und Mütter. Thema am Wörwag-Stand war unter anderem Zink, das Unternehmen hatte sein Arzneimittel Zinkorot mitgebracht. Die ausreichende Versorgung mit dem Mineralstoff Zink spielt unter anderem für das Immunsystem eine wichtige Rolle. Aktuell hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) neue Referenzwerte für Zink herausgegeben. Die Zinkzufuhr bei Erwachsenen soll sich demnach nun an der individuellen Phytataufnahme orientieren. Je nachdem, ob sie sich phytatärmer oder -reicher ernähren, sollen Frauen zwischen 7 und 10 mg und Männer zwischen 11 und 16 mg Zink pro Tag aufnehmen. Die alten Werte lagen pauschal bei 7 mg Zink für Frauen und 10 mg für Männer. Der Phytatgehalt der Ernährung hängt von der Lebensmittelauswahl ab. Reichlich enthalten sind Phytate in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Die DGE spricht von einer phytatarmen Ernährung, wenn die Aufnahme bei 330 mg Phytat pro Tag liegt. Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte stehen dann eher sparsam auf dem Speiseplan und als Proteinquellen dienen vor allem tierische Lebensmittel. Von einem mittleren Phytatgehalt bis 660 mg täglich geht die DGE aus, wenn die Proteinquellen sowohl tierischer als auch pflanzlicher Herkunft sind (entsprechend einer vollwertigen Ernährung) sowie bei einer vegetarischen beziehungsweise veganen Ernährung, bei der die Getreideprodukte vorrangig aus Sauerteig oder ausgemahlenem Mehl oder gekeimtem Getreide bestehen. 990 mg pro Tag stellen eine hohe Phytatzufuhr dar. Der Verzehr von Vollkornprodukten (vor allem nicht gekeimte oder unfermentierte) und Hülsenfrüchten ist in diesem Fall hoch und die Protein­quellen sind vorrangig oder ausschließlich pflanzlicher Herkunft. Die neue Empfehlung zu einer höheren Zinkzufuhr betrifft somit vor allem Vegetarier bzw. Menschen, die sich vegan ernähren.

Foto: DAZ/Alex Schelbert

Neues bei Nahrungsergänzungsmitteln …

Ein neues Arzneimittel auf den Markt zu bringen, ist eine große Herausforderung für Pharmaunternehmen, nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht. Im OTC-Bereich gibt es daher bereits seit einigen Jahren nur noch wenig Bewegung. Wenn ein Produkt neu auf den Markt kommt, handelt es sich in der Regel um bereits bekannte Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen. So hatte z. B. Queisser Pharma sein neues Arzneimittel Grippal Complex auf die Expopharm mitgebracht. Es erweitert die Marke Doppelherz system und richtet sich mit der – bekannten – Kombination aus Ibuprofen und Pseudo­ephedrin an Erkältungspatienten. Deutlich breiteren Raum als Arzneimittel nahmen am Queisser-Messestand allerdings die Nahrungsergänzungsmittel des Unternehmens ein. Präsentiert wurde unter anderem eine neue Dreierkombination aus Calcium, Vitamin D3 und Vitamin K2, die mit dem Slogan „Stark kombiniert für starke Knochen“ beworben wird und ebenfalls zur apothekenexklusiven Queisser-Marke Doppelherz system gehört. Für Apotheken bietet das Unternehmen anlässlich der Neueinführung derzeit verkaufsunterstützende Maßnahmen an.

Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln gab es weiterhin an den Ständen von Promedico (Pure Encapsulations), Mantra Pharm, San Omega und Naturafit, um nur einige zu nennen. Naturafit hatte unter anderem den Melatonin Schlaf Komplex mitgebracht, der vor Kurzem auf den Markt gekommen ist. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Tryptophan, Melatonin und den Vitaminen B6 und B12. Melatonin steuert das Einschlafen. Tryptophan ist die Aminosäure, aus der Melatonin in Anwesenheit von Vitamin B6 und B12 gebildet wird.

Die San Omega GmbH stellte auf der Expopharm ihre Omega-3-Produkte der Marke Norsan vor, die auf der Basis von natürlichem Fischöl und alternativ pflanzlichem Algenöl ent­wickelt werden. Eine ausführliche Vorstellung des Unternehmens und seiner Produkte finden Sie in dieser Ausgabe der DAZ auf Seite 125.

Foto: DAZ/Alex Schelbert

Gleich eine ganze Reihe an Unternehmen war auf der Messe mit Nahrungsergänzungsmitteln vertreten, die Cannabidiol (CBD) enthalten. Eines dieser Unternehmen war CannaCare Health mit der neuen Produktlinie Canobo extra. Sie umfasst derzeit zwei Produkte, das Cannabisöl Canobo extra Pur mit 10% Cannabidiol und das Muskelgel Canobo extra Aktiv mit dem Plus an CBD. Zur Verkehrsfähigkeit der CBD-Produkte herrscht derzeit noch große Verunsicherung, war am Stand von CannaCare Health zu erfahren. Bei Canobo extra Pur handelt es sich um ein Nahrungsergänzungs­mittel – und genau so ist das Produkt nach Einschätzung von Rechtsanwalt Hermes Piper auch richtig deklariert. Denn gewonnen wird das Cannabisöl aus Nutzhanf. Es sei somit anders als Produkte auf der Basis von Medizinalhanf kein Arzneimittel, zumal der THC-Gehalt des Öls unter 0,2 Prozent liege, erklärte Piper. Auch die Novel-Food-Verordnung treffe auf Canobo extra Pur nicht zu. Produkte, die dieser Verordnung unterliegen, dürfen in der EU nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie gesundheitlich bewertet und eigens zugelassen sind – CBD-haltige Produkte wären damit nicht verkehrsfähig, heißt es immer wieder. Allerdings, so Piper, gelte das nur für CBD-Produkte, die nicht – wie Canobo extra Pur – mithilfe von herkömmlichen Extraktionsmethoden gewonnen würden. Und abgesehen davon sei es falsch, dass CBD-haltige Extrakte erst nach Inkrafttreten der Novel-Food-Verordnung hergestellt wurden, sie seien im Gegenteil schon jahrhundertealt und damit eben kein „Novel Food“. Als Beweis hierfür nannte Piper eine Veröffentlichung aus dem Jahr 1475, in der die Herstellung eines Getränks auf der Basis von Cannabisnektar beschrieben wurde. Achten sollte man bei CBD-haltigen Produkten allerdings auf die Angaben auf der Verpackung. Es gibt bislang keine zulässigen Health Claims für Cannabidiol und dementsprechend darf auch nicht für ein Produkt geworben werden. Zulässig ist Piper zufolge die Aussage „zur allgemeinen Unterstützung des Wohlbefindens“ – so wie sie auf Canobo extra Pur zu lesen ist.

Mit einer Indikation dürfen dagegen Produkte werben, die als diätetische Lebensmittel auf dem Markt sind. Ein derartiges diätetisches Lebensmittel präsentierte Zein Pharma auf der Expopharm: Doloctan forte zum Diätmanagement bei Wirbelsäulensyndrom, Nervenschmerzen und Polyneuropathien. Es enthält eine Kombination aus Uridinmonophosphat (UMP), Folat und Vitamin B12 und ist damit ein Konkurrenzprodukt zu Keltican forte von Trommsdorff.

Carolin Kiesewetter ist PTA des Jahres

Foto: Pharma Privat

Carolin Kiesewetter ist die diesjährige Siegerin des von Pharma Privat initiierten Wettbewerbs „PTA des Jahres“. In einem spannenden Finale auf der Expopharm hat sich Kiesewetter aus der Dreitorspitz Apotheke in Garmisch-Partenkirchen mit ihrem Fachwissen und Verkaufstalent durchgesetzt und die Jury überzeugt. Von insgesamt 320 Bewerbungen aus ganz Deutschland wurden die zehn besten PTA von der Jury für das Finale ausgewählt. Platz 2 und 3 belegten Conny Michalak, Markt-Apotheke Regensburg, und Pia Beckmann, Löverich-Apotheke Bocholt.

Wir gratulieren ganz herzlich!

... und Medizinprodukten

Als Medizinprodukte vertreibt das italienische Unternehmen Aboca seine Präparate in Deutschland. Sie richten sich gegen unterschiedliche Beschwerdebilder. Am großen Aboca-Stand auf der Expopharm hatte das Unternehmen sein gesamtes in Deutschland verfügbares Produktportfolio vor Ort. Vorgestellt wurde z. B. das seit September neu erhältliche Fitonasal Kinder. Das Nasenspray enthält einen Molekülkomplex aus Zaubernuss, Steinsalz und Nahcolite und soll damit die Nasenhöhlen und den Rachen „tiefenreinigen“. Gleichzeitig schützt das Spray mit seiner hypotonen Lösung die Schleimhäute vor weiteren Reizungen und wirken Tannine entzündungshemmend und abschwellend. Fitonasal Kinder kann ab einem Alter von sechs Monaten angewendet werden.

Ebenfalls um Medizinprodukte handelt es sich bei den benetzenden Augentropfen, die das Unternehmen OmniVision auf die Expopharm mitgebracht hatte. Ursprünglich vor allem im verschreibungspflichtigen Bereich der Ophthalmika aktiv, hat OmniVision sein Portfolio seit der Firmengründung vor nunmehr 15 Jahren deutlich ausgeweitet und bietet auch verschiedene Selbstmedikationsprodukte an. Dazu gehören neben den antiallergischen Tropfen Azela-Vision sine, den Augentropfen Herba-Vision mit Augentrost und Blaubeere und den diätetischen Lebensmitteln der Marke Centro-Vision, die sich an Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration richten, auch die bereits erwähnten benetzenden Augentropfen der Marke Hylo-Vision. Auf der Basis von Hyaluronsäure stehen unter dieser Marke Tropfen mit unterschiedlicher Viskosität für unterschiedliche Bedürfnisse zur Verfügung: Tropfen, die sich an brennende und tränende Augen sowie bei Sandkorngefühl richten (die leichtviskösen Tropfen Hylo-Vision HD und HyloVision Sine sowie die mittelviskösen Tropfen HyloVisio SafeDrop 0,1%), Tropfen bei Trockenheitsgefühl und zur Unterstützung der Zellregenera­tion (die leichtviskösen Tropfen Hylo-Vision HD plus) sowie Tropfen, die bei stärkerem und chronischem Trockenheitsgefühl angewendet werden können (hochviskos; Hylo-Vision Gel multi, Hylo-Vision SafeDrop Gel und Hylo Vision Gel sine). Viskositätsgrad und Anwendungsgrund sind klar auf den Packungen zu sehen, um die Beratung in der Apotheke zu erleichtern. Alle Hylo-Vision-Produkte sind auch für Träger von harten oder weichen Kontaktlinsen geeignet.

Kosmetik für die Apotheke

Kosmetikmarken, die apothekenexklusiv vertrieben werden bzw. die auch den Vertriebsweg Apotheke nutzen, waren z. B. mit Bi-Oil, Caudalie, Derma­sence, Dr. Grandel und Nuxe auf der Expopharm vertreten. Einen Messestand hatte in diesem Jahr auch wieder Babor. Das Unternehmen war 2018 zum ersten Mal auf der Expopharm zu sehen, da es sein Engagement in der Apotheke verstärken möchte. Bislang war Babor mit seinen Ampullenkonzentraten vor allem in Kosmetikinstituten und Spas zu finden. Mit einem schicken Stand punktete in Düsseldorf die Dr. Hobein (Nachf.) GmbH, die ihre Marke Eubos präsentierte. Dabei waren Ampullen ebenfalls ein Thema, denn gezeigt wurde unter anderem die „Eubos In A Second“-Linie, die mittlerweile sieben verschiedene Ampullenkuren umfasst. Eine davon richtet sich an Männer. Eubos Siegfried Hydro Vital Boost Men heißt die Kur, die Männerhaut beleben, mit Feuchtigkeit versorgen und Reizungen z. B. nach der Rasur entgegenwirken soll. Der Clou dabei: In den Ampullen steckt ein Schuss Siegfried-Gin, „denn warum sollte Wacholder nur den Geist stimulieren?“ Gin gab es dann auch reichlich am Messestand (und wurde nicht nur von männlichen Messe­besuchern konsumiert).

Foto: DAZ/Alex Schelbert

Warenwirtschaft: Alles digital

In Halle 1 ging es auf der Expopharm vor allem um Warenwirtschaft und Kommissionierung. Mit einem Stand, der gefühlt die halbe Halle füllte, war Noventi vertreten. Ein wichtiges Thema war bei dem Unternehmen, das seine verschiedenen Töchter wie Awinta und VSA inzwischen immer stärker unter das Noventi-Dach nimmt, das E-Rezept. „Dass das E-Rezept kommen wird, steht außer Frage. Nun geht es darum, dass es für die Apotheken auch zum Erfolgsrezept wird“, erklärte der Noventi-Vorstandsvorsitzende Dr. Hermann Sommer. Sein Unternehmen sieht er hierfür gut gerüstet, denn „die Digitalisierung von Prozessen gehört seit Jahrzehnten zu unserem Tagesgeschäft“. Bei der Einführung des E-Rezepts biete die Noventi der Apotheke vor Ort daher vollumfänglich Unterstützung. Bei allen relevanten Projekten wie zum Beispiel bei Gerda, callmyApo und Pro AvO sei die Noventi beteiligt.

Apropos Pro AvO: hierzu gab es natürlich noch an weiteren Messeständen Informationen, denn an der Initiative, die die Vor-Ort-Apotheken für die digitalen Herausforderungen rüsten will, sind neben der Noventi auch BD Rowa, Sanacorp, Gehe und der Wort & Bild Verlag beteiligt.

Zu erfahren war auf der Messe unter anderem, dass Pro AvO eine Plattform für alle Apotheken schaffen möchte, eine Art Booking.com für Apotheken. Über diese Plattform sollen alle Apotheken im Web auffindbar sein. Potenzielle Apothekenkunden sollen die Möglichkeit haben, auf der Plattform eine Stammapotheke festzulegen sowie weitere Favoriten. Sie sollen die Apotheken bewerten können und die Verfügbarkeit von Artikeln sowie Preise sollen sichtbar sein. Zudem sollen alle gängigen Bezahlmöglichkeiten angeboten werden, auch bar bei Abholung, sowie die Möglichkeit, sich die Ware per Botendienst liefern zu lassen. Auch soll man sich Apotheken in seiner Umgebung anzeigen lassen können und Rezepte an die ausgewählte Apotheke senden können – nach aktuellem Stand per Foto, später dann als E-Rezept. Apotheken sollen weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Patienten, die diese Apotheke als Stammapotheke haben, über Aktionen zu informieren, auch Couponing soll über die App möglich sein.

Keine Informationen gab es auf der Messe dazu, wann diese Plattform verfügbar sein soll. Die Vorbestellplattform des von Burda und Noweda ins Leben gerufenen Zukunftspakts Apotheke – „ihreApotheken.de“ – ist seit April dieses Jahres online. In Zusammenarbeit mit apotheken.de und dem Apothekensoftwarehaus Pharmatechnik wurde dafür eine Schnittstelle zur direkten Anbindung des Warenwirtschaftssystems entwickelt. Aktuell hat sich der Kommissionierautomatenhersteller Apostore dem Zukunftspakt Apotheke, der wie Pro AvO die Stärkung der Vor-Ort-Apotheken für die digitalen Herausforderungen zum Ziel hat, angeschlossen. Auch bezüglich der Kommissionierung gibt es für den Zukunftspakt Apotheke somit nun eine Lösung.

Digitalisierung war natürlich auch das Thema am Pharmatechnik-Stand. Erklären lassen konnte man sich dort, wie einem künstliche Intelligenz bei der Festlegung von Preisen helfen kann. Künstliche Intelligenz (KI) ist für Pharmatechnik kein neues Terrain. Das System Ixos Rx 4.0 existiert schon seit einiger Zeit. Mit dessen Hilfe soll die Lagerhaltung optimiert werden. Nach Aussage von Pharmatechnik kann damit eine Sofortverfügbarkeit von über 95 Prozent erreicht werden. Nun soll KI den Apotheker auch bei der Preisgestaltung im OTC-Bereich unterstützen. „Ixos VK 4.0“ heißt das System, das Pharmatechnik bei seinem traditionellen Pressefrühstück auf der Expopharm vorgestellt hat. Es soll durch permanente Datenerfassung und Auswertung der verschiedenen Prozesse als Entscheidungshilfe für die Apotheke fungieren. Die Entscheidung treffe am Ende aber der Apotheker, heißt es. Die intelligente Software solle die Preissteuerung professionalisieren.

Um Preise ging es unter anderem auch am Stand von BD Rowa. Vorgestellt wurde dort unter anderem der Rowa Vshelf, ein spezielles Freiwahl-System, das Apotheken bei der Bestandsübersicht unterstützen und sie zudem vor Diebstahl schützen soll. Für den Rowa Vshelf werden bereits vorhandene Regale mit Schächten bestückt, in die Kosmetikpackungen oder andere Freiwahlprodukte und auch Tester inte­griert werden können. Bei jeder Entnahme einer Packung aus dem Rowa Vshelf ertönt ein leichtes Signal. Werden vier Packungen innerhalb von zehn Sekunden entnommen, schlägt das System Alarm. Diebe sollen so abgeschreckt werden. Über ein Cloud Portal oder eine App können Apotheken zudem die Bestände im Regal in Echtzeit überwachen und den Nachbestellungsprozess steuern. Rowa Vshelf soll nach Aussage des Unternehmens „demnächst“ in Deutschland erhältlich sein.

Foto: DAZ/Alex Schelbert

Wer Freiwahlprodukte lieber erst gar nicht ins Regal stellt, sondern nur noch digital präsentiert, wurde auf der Expopharm ebenfalls fündig – bei den verschiedenen Anbietern von virtuellen Sichtwahlsystemen. „Apotheken müssen funktionieren und begeistern“, erklärte Apotheker und promosi-Geschäftsführer Gunther Böttrich. Voraussetzung hierfür seien „maximale Effizienz hinter den Kulissen“, also in den Prozessen, und „starke Emotionen auf der Bühne der Apotheke“, also in der Offizin. „Digitalisierung und KI helfen Apotheken genau hierbei“. Böttcher präsentierte gemeinsam mit Pharmatechnik am Messestand, wie vernetzter Apothekenalltag 4.0 mit virtueller Sichtwahl, digitalem Zahlteller und digitalem Schaufenster aussieht. Erfreut war er darüber, dass es zunehmend Arzneimittel- und Kosmetikanbieter gibt, die digitalen Content für zeitgemäße Präsentation liefern. Damit würde der POS zum Erlebnisraum – und besonders die Beratung ließe sich durch Visualisierung neu inszenieren. Hierin und in einer fachkundig begleiteten Anleitung bei der Nutzung der digitalen Technik sieht Böttrich die Essentials für wirtschaftlichen Erfolg des „lokal stores“ Apotheke heute und in Zukunft.

Deutscher Apotheker Verlag auf der Expopharm

Zum Schluss unserer Messeimpressionen noch ein wenig Eigenwerbung: Auch der Deutsche Apotheker Verlag war natürlich wieder mit einem Stand auf der Expopharm vertreten. Präsentiert wurde das Print- und Digitalprogramm, und die Standbesucher waren zum Reinlesen und Reinklicken ein­geladen. Neu in diesem Jahr: In einem „Forum für Offizin-Profis“ präsentierte der Deutsche Apotheker Verlag seine Neuheiten. Vor allem neue digitale Produkte, aber auch die eine oder andere gedruckte Innovation wurden in kurzen Vorträgen dem Messepublikum vorgestellt. Beispiele: Ein neues Angebot von apotheken.de, mit dem Apotheken ihre Auffindbarkeit über Such­maschinen und Sprachassistenten verbessern können sowie eine neue Online-Version der bekannten Scholz Datenbank, mit der schnell und einfach Arzneimittelrisiken detektiert werden können. Außerdem gab es eine Vorstellung der neuen „Pulmobox“, die Demogeräte, Beratungshilfen und Patienteninformationen für die 17 gebräuchlichsten Asthma-Devices enthält, eine Vorstellung des Wundauf­lagenmoduls für den erfolgreichen HV-Kompass, eines Personalplanungs-Tools, eines Aufgaben-Management-Systems, des neuen Defektur-Moduls für das Lennartz Laborprogramm sowie des Filialapotheken-Magazins „Eins & Drei“.

Foto: DAZ/Alex Schelbert

Ein Highlight am Stand war zudem wieder die Aktion der PTAheute-Redaktion. Sie verteilte eigens angefertigte Keksstempel an ihre Abonnenten und alle, die auf der Expopharm ein Abo abschlossen. Ein Tipp: Falls Sie nicht wissen, wer die damit gebackenen Kekse essen soll, hier im Verlag freut man sich immer über Gebackenes! |

 

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