Aus den Ländern

James Bond im Visier der Physik

12. Vortragsveranstaltung der Apothekerstiftung beleuchtet die Tricks des Geheimagenten

Metin Tolan ist ein großer James-Bond­-Fan. Jeden der 24 Agenten-Filme hat er mehrere Male gesehen. Der 54-Jährige ist jedoch nicht nur Cineast, sondern auch Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund und hat dort in einem Seminar Hobby und Forschung vereint: Zusammen mit Studierenden hat er Szenen aus den 007-Filmen auf ihren Realitätsgehalt analysiert. Würde James Bond – alias Pierce Brosnan – das Flugzeug im freien Fall in der Szene in „Goldeneye“ tatsächlich einholen, und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Funktioniert die Magnet-Uhr des Agenten – dieses Mal gespielt von Roger Moore – in „Leben und sterben lassen“ auch in Wirklichkeit? Antworten gab Tolan beim 12. Stiftungsvortrag der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe im Erbdrostenhof in Münster. Bei dieser Veranstaltungsreihe blickt die Stiftung regelmäßig über den Tellerrand der Pharmazie hinaus und hat sich in den vergangenen Jahren schon mit Themen wie dem Lächeln, Schönheit oder Ethik im Gesundheitswesen beschäftigt – und nun James Bond ins Visier der Physik genommen.

Selten war eine Doppelstunde Physik an einem sonnigen Samstagnachmittag so unterhaltsam und spannend. Nachdem Metin Tolan die Sache mit dem Flugzeug und der Magnet-Uhr physikalisch etwas entzaubert hatte, verriet er noch seine Theorie, warum James Bond seinen Wodka Martini geschüttelt, nicht gerührt trinkt – und das bisher 28 mal in 24 Filmen: Der Geheimagent ist ein großer Genießer. Anhand des „Paranuss-Effektes“ erklärt Tolan, dass die großen Moleküle, die für den Geschmack verantwortlich sind, beim Schütteln nach oben gelangen, während die kleinen Alkohol-Moleküle nach unten wandern. Bond hat meist nur Zeit für einen Schluck, der dann aber umso geschmacksintensiver ist. Davon konnten sich die 170 Zuhörer bei einem Drink im Anschluss an den Vortrag selbst überzeugen. Einen Rückblick auf die Veranstaltung gibt es unter AKWL TV, dem Youtube-Kanal der Kammer, unter https://bit.ly/2kO6oil |

AKWL/daz

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