Arzneimittel und Therapie

Impfkalender 2019/2020 veröffentlicht

Empfehlungen zur Herpes-zoster-Impfung aufgenommen

cst | Bereits Ende 2018 hatte sich die Ständige Impfkommission (STIKO) für die Gürtelrose-Schutzimpfung als Standardimpfung bei allen Personen ab 60 Jahren ausgesprochen. Nun sind diese Empfehlungen auch offizieller Bestandteil des Impfkalenders für die Saison 2019/2020. Zur Impfung sollte ein adjuvantierter Herpes-zoster-Totimpfstoff (Shingrix®) verwendet werden. Der Lebendimpfstoff (Zostavax®) wird nicht empfohlen. Geimpft wird im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten. Personen mit Grunderkrankungen (z. B. Autoimmunerkrankungen, HIV, chronische Niereninsuffizienz) sollten die Schutzimpfung bereits ab dem 50. Lebensjahr erhalten. In den letzten Monaten war es jedoch schwierig, diesen Empfehlungen zu folgen: Shingrix®-Hersteller Glaxo­SmithKline hatte Lieferschwierigkeiten. Wie das Unternehmen mitteilt, wird ab Ende August jedoch ein neues Kontingent an 10er-Packungen zur Verfügung stehen. Vorrangig sollten dann bereits begonnene Impfserien komplettiert werden.

Auch Personen, die bereits eine Gürtelrose durchgemacht haben, können geimpft werden. Die Krankheitssymptome sollten dann jedoch vollständig abgeklungen sein. Zudem sollten der Nutzen und die Risiken im Einzelfall abgewogen werden (s. Kasten).

Herpes zoster nach ­Impfung?

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) ruft dazu auf, Nebenwirkungen nach einer Shingrix®-Impfung zu melden. Es wurden Fälle bekannt, in denen Patienten in engem zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung an Herpes zoster erkrankt sind. Zudem wurde über ausgeprägte Hautreaktionen berichtet, teilweise trat ein Herpes zoster im Bereich der Injektionsstelle auf. Ein Teil der Patienten hatte eine Gürtelrose in der Vorgeschichte. Ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen der Impfung und den berichteten Reaktionen besteht, lasse sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Bei Herpes zoster in der Vorgeschichte wird in der Fachinformation zur Vorsicht geraten: Hier wurde eine höhere Herpes-zoster-Rezidivrate gefunden, als bei ungeimpften Personen zu erwarten wäre. 

Nicht nur bei den Standardimpfungen auch bei der Postexpositionsprophylaxe gibt es Neuerungen in den aktuellen STIKO-Empfehlungen. Treten in Kindergärten oder Kindertagesstätten innerhalb von etwa zwei Monaten zwei oder mehr Fälle einer invasiven Haemophilus-influenzae-Typ-b(Hib)-Infektion auf, sollten alle Kinder der Gruppe unabhängig von Impfstatus und Alter sowie deren Betreuer vorsorglich gegen Hib geimpft werden.

Bei engem Kontakt zu Keuchhustenkranken rät die STIKO ebenfalls zur Vorsicht: Auch Personen, die in der Vergangenheit bereits gegen Pertussis geimpft wurden, sollten sich erneut impfen lassen, wenn sich in ihrem Umfeld gefährdete Personen (z. B. Säuglinge mit unzureichendem Impfschutz, Kinder mit Herz- oder Lungenerkrankungen, Schwangere im letzten Trimenon) befinden. Zu den aktuellen STIKO-Empfehlungen gelangen Sie, wenn Sie den Webcode U9YF9 in das Suchfeld auf DAZ.online unter www.deutsche-apotheker-zeitung.de eingeben. |

Literatur

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut – 2019/2020. Epidemiologisches Bulletin Nr. 34 vom 22. August 2019. www.rki.de; Abruf am 23. August 2019

Pressemeldung Glaxo Smith Kline vom 21. August 2019. www.de/gsk.com; Abruf am 23. August 2019

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Fallberichte von Herpes zoster nach Shingrix®-Impfung. Drug Safety Mail 2019-46. www.akdae.de

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