Aus den Ländern

Deutliches Signal pro Vor-Ort-Apotheke

Empfang in Köln: OB Reker betont Schlüsselposition / Preis nimmt Reformpläne von Spahn ins Visier

Die Oberbürgermeisterin der – ge­messen an der Einwohnerzahl – viertgrößten Stadt in Deutschland, Henriette Reker in Köln, hat am 9. Januar in ihrem Grußwort auf dem Neujahrsempfang des Apothekerverbandes Köln e. V. die Schlüsselposition der Apotheken vor Ort betont. Thomas Preis, Vorsitzender des AV Nordrhein, ging auf die Reformpläne von Jens Spahn ein und warnte vor den Folgen einer Abkehr von der Gleichpreisigkeit.
Foto: Stadt Köln / ©Martina Goyert
OB Heinriette Reker: Für Apotheken müssen für die Erbringung ihrer Leistungen entsprechende Rahmenbedingungen gelten.

Apotheker erfüllen einen umfangreichen öffentlichen Versorgungsauftrag, der eine persönliche Beratung mit einer für Patienten wichtigen Nutzen-Risiko-Bewertung enthalte, die auf einer fachlichen Expertise basiere und zudem noch Diskretion biete, so Henriette Reker. Neben der Zubereitung patientenindividueller Rezepturen würden Apotheken vor Ort mit dem Notdienst dazu noch eine ganz besondere Leistung für die Gesellschaft anbieten. Dabei machte die Oberbürgermeisterin deutlich, dass für Apotheken in Anbetracht dieser umfang­reichen Leistungsangebote auch entsprechende Rahmenbedingungen gelten müssten. „Das eine geht ohne das andere nicht“, stellte Reker klar. Nicht zuletzt machte sie die Schlüsselposition daran fest, dass Apotheker mit ihren institutionellen Strukturen vor Ort zentraler Ansprechpartner für das Gesundheitsamt seien. Gerade auch wenn es darum gehe, die Arzneimittel- und Impfstoffversorgung in kritischen Situationen sicherzustellen. In einem weiteren Grußwort hat der Kölner Bundestagsabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecher der FDP, Reinhard Houben, u. a. für mehr Vertrauen in der politischen Kommunikation sowie für eine offene und kritische Dialogkultur geworben.

„Gleichpreisigkeit ist nicht verhandelbar!“

In seiner Begrüßung ging der Vorsitzende des Apothekerverbandes Köln e. V. und des Apothekerverbandes Nordrhein e. V., Thomas Preis, aus aktuellem Anlass direkt auf die Reformvorschläge zur Arzneimittelversorgung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein. Dabei machte er deutlich, dass die Gleichpreisigkeit für verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht verhandelbar sei. „Die vorgeschlagene Duldung von Bonuszahlungen an Versicherte durch ausländische Versender, wenn Kunden ihre verschreibungspflichtigen Arzneimittel dort bestellen, ist für uns in keiner Weise akzeptabel“, betonte Preis. Denn mit diesem Schritt verabschiede man sich von einer zentralen heilberuflichen Säule der Freiberuflichkeit: Dem einheitlichen Abgabepreis, der bei Apothekern quasi die Funktion einer Honorarordnung habe, wie sie auch bei anderen Freiberuflern wie Ärzten, Juristen oder Steuerberatern gelte. Diese Abkehr des Gesetzgebers vom Prinzip einheitlicher Abgabe­preise, so Preis weiter, werde zu un­absehbaren Folgen in Bezug auf eine patientengerechte, sichere, flächendeckende Arzneimittelversorgung der Schwächsten in unserer Gesellschaft führen, den Alten, Schwachen und Kranken. Schon heute führten die unfairen Wettbewerbsbedingungen zum Vorteil ausländischer Versandhändler zu immer mehr Apothekenschließungen, so Preis. Ausdrücklich positiv bewertete Preis alle Maßnahmen im Eckpunktepapier von Jens Spahn, die die Verbesserung der pharmazeutischen Versorgungssituation der Patientinnen und Patienten, die Stärkung der flächendeckenden Versorgung durch wohnortnahe Apotheken und die notwendige Weiterentwicklung der Honorierung zum Ziel haben. |

Quelle: AV Nordrhein e. V.

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