... auch DAZ noch

Zahl der Woche: Eine Million Pflegekräfte

wido/ral | Dass es in der Pflege zu wenig Personal gibt, ist ein Dauerproblem in Deutschland. Eines, das in Zukunft nicht kleiner, sondern noch deutlich größer werden wird. Einer Analyse des Wissenschaft­lichen Instituts der AOK (WIdO) zufolge werden bis 2030 rund 130.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt, bis 2050 wächst der Bedarf auf knapp eine Million Pflegekräfte an.

Derzeit pflegen, auf Vollzeitstellen hochgerechnet, fast 590.000 Pflegekräfte die gesetzlich versicherten Pflegebedürftigen in Deutschland. Der aktuelle Bedarf wird damit längst nicht gedeckt. Und in der Zukunft wird die Lücke zwischen Bedarf und vorhandenen Pflegekräften noch weiter auseinanderklaffen, denn die Zahl der Pflegebedürftigen steigt ständig. Dem aktuellen Pflege-Report zufolge, den das WIdO veröffentlicht hat, benötigten im Jahr 2017 rund 4,7 Prozent der gesetzlich Versicherten Pflege. Bis zum Jahr 2030 pro­gnostiziert das WIdO einen Anstieg auf 5,5 Prozent, bis 2050 auf 7,4 Prozent. Entsprechend wächst der Bedarf an Pflegepersonal. 2050 werden voraussichtlich knapp eine Million Pflegekräfte benötigt. Ein Problem sieht der Pflege-Report in ihrer Finanzierung. Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK, wies angesichts der Analyse darauf hin, dass die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung „nur bis 2022 gewährleistet“ sei. Es brauche „dringend Reformen“, die das System zukunftssicher machten. Die AOK fordere einen zweckgebundenen Beitrag des Bundes. Dieser müsse alle Ausgaben der Pflegeversicherung umfassen, die gesamtgesellschaft­liche Anliegen seien und dynamisch angepasst werden. 

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