Aus den Ländern

Sommerfest in problematischer Zeit

Politischer Sommerabend in Hamburg auf der Suche nach ein wenig Zuversicht

HAMBURG (tmb) | Am 20. Juni luden die Hamburger Apothekerorganisationen zu ihrem traditionellen Politischen Sommerabend – wenige Stunden nach Bekanntwerden des neuesten Entwurfes für das Apotheken-Stärkungsgesetz. Die Gastgeber machten keinen Hehl aus den vielen Problemen der Apotheker, bemühten sich aber um eine zuversichtliche Stimmung.
Foto: DAZ/tmb
Gastgeber beim Sommerabend der Hamburger Apotheker (v. l.): Dr. Jörn Graue, Kai-Peter Siemsen

Gäste des Politischen Sommerfestes waren wieder Politiker und Vertreter vieler Organisationen des Gesundheitswesens und der befreundeten Heilberufe. Die Veranstaltung fand zum zweiten Mal im Anglo-German Club an der Außenalster statt. Nach der Begrüßung in den gediegenen Innenräumen und einer Wetterbesserung zogen die Gäste in den schönen Garten des Clubhauses um.

Verbraucherschutz durch Apotheken

Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekerkammer Hamburg, bewertete den neuesten Entwurf für das Apotheken-Stärkungsgesetz als weitere Verschlechterung, aber zu diesem Zeitpunkt war noch nicht bekannt, dass die Honorarerhöhungen vermutlich weiter im Gespräch sind und über ein anderes Verfahren umgesetzt werden sollen. Siemsen betonte die Bedeutung der Apotheken für den Verbraucherschutz. Es sei noch genug zu tun, damit die Bevölkerung den gewohnten Service weiter genießen könne, erklärte Siemsen. Er hoffe, dass dies gemeinsam mit der Politik möglich sei. Außerdem betonte Siemsen die lange Erfahrung der Apotheker mit digitalen Instrumenten. Die wei­tere Digitalisierung könne manches vereinfachen, wenn auch nicht alles, erklärte Siemsen.

Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins, kommentierte die berufspolitische Entwicklung mit launigen Wortspielen, um damit auch die berufsfremden Gäste für Apothekenthemen zu sensibilisieren. Er erwarte durch die bei der ABDA geplanten Digitalisierungsmaßnahmen „über neunzehntausend Baustellen“, die in den Apotheken für Behinderungen sorgen. Beim Rx-Versandverbot gebe es ein Hin und Her, aber „es fehlt einfach der politische Wille, den Abwärtstrend zu stoppen“, erklärte Graue. Angesichts der Mühen beim Datenschutz meinte Graue: „Viele Apotheker fragen sich derweil, wer unseren Stand mehr schädigt, die Datenschutzindustrie oder die schweigende Standesführung, die der Abendsonne entgegen träumt, die ja bekanntlich alles Leid lindert.“ Zum jüngsten Urteil über Apothekenzugaben zog Graue dieses Fazit: „Wir brauchen keine Semmeln mehr geben. Das sei keine Inländer­diskriminierung, meinen die wohlmeinenden Richter. – Holländischer Käse ja, deutsche Brötchen nein.“ Der „homo politicus“ sitze daraufhin zwischen den Stühlen, folgerte Graue und fragte, ob das Bundesgesundheitsministerium, „sonst um keine Antwort verlegen“, „auf Anfrage des OLG München plötzlich auf den Mund gefallen“ sei. |

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