DAZ aktuell

Registriert ist nicht gleich zugelassen

Hevert streitet mit Grams und Glaeske

jb/ral | Die Hevert-Arzneimittel GmbH & Co. KG hat Unterlassungserklärungen gegen Natalie Grams und Gerd Glaeske beantragt. Hintergrund sind „ungerechtfertigte Diskreditierungen von Homöopathie“. Heverts Homöopathika sind zugelassen und nicht registriert. Eine Unterscheidung, auf die die Firma Wert legt.

Die Ärztin Natalie Grams, die selbst bis 2015 Patienten homöopathisch behandelt hat, heute jedoch zu den wohl bekanntesten Kritikern der Homöopathierichtung gehört, hatte in einem Interview mit der „Rheinpfalz“ erklärt, Homöopathika wirkten nicht über den Placebo-Effekt hinaus. Prof. Dr. Gerd Glaeske hatte in der ARD-Sendung „Lebensmittelcheck mit Tim Mälzer“ gesagt: „Das macht wahrscheinlich gar nichts. Es ist immerhin ein homöopathisches Mittel und bei homöopathischen Mitteln fehlt bisher grundsätzlich bei allen Mitteln, die homöopathisch daherkommen, ein Wirksamkeitsnachweis.“ In beiden Fällen hat Hevert-Arzneimittel mit einer Unterlassungserklärung reagiert. Ein Punkt, der das Unternehmen stört, sind verallgemeinernde Aussagen, bei denen nicht zwischen registrierten und zugelassenen homöopathischen Arzneimitteln differenziert wird. Denn: Registrierte Arzneimittel dürfen nur ohne Angabe einer Indikation und nur unter ihrer Stoffbezeichnung vermarktet werden. Will der Anbieter einen Eigennamen vergeben und das Mittel mit einem bestimmten Anwendungsgebiet versehen, wie Hevert das tut, bedarf es einer Zulassung und für die muss in der Tat ein Wirksamkeitsnachweis erbracht werden. So erklärt auch Hevert: „Das bedeutet, dass auch die nach dem Arzneimittelgesetz zugelassenen homöopathischen Arzneimittel ihre Wirksamkeit in den behaupteten Anwendungsgebieten nach den Regeln der evidenzbasierten Medizin belegen müssen.“ Da homöopathische Mittel zu den sogenannten besonderen Therapierichtungen gehören, gelten für sie jedoch weniger strenge Regeln als bei herkömmlichen Zulassungsverfahren.

Hevert engagiert sich nach eigener Aussage für den Erhalt einer möglichst großen therapeutischen Vielfalt und Qualität an Präparaten und Wirkstoffen. Deswegen setze man sich für „naturheilkundefreundliche Rahmenbedingungen“ ein. Weiter erklärt das Unternehmen, dass es selbst mehrere Initiativen und Institutionen im Bereich Grundlagenforschung Homöo­pathie unterstütze. Ziel sei es, die ­Homöopathie als Therapierichtung ­abzusichern und deren Expertise weiter auszubauen. |

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