Prisma

Lichtschluckender Gigant in Szene gesetzt

Erstes Bild eines schwarzen Lochs

us | Seit dem 10. April 2019 geht das erste Bild eines schwarzen Lochs durch die Medien. Doch wie kann man etwas abbilden, dessen Schwerkraft so groß ist, dass es selbst Licht verschluckt?
Foto: Event Horizon Telescope collaboration et al.

Die Galaxie Messier 87 ist 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und befindet sich damit für kosmische Maßstäbe in unserer Nachbarschaft. Das schwarze Loch in ihrem Zentrum hat mit 6,5 Milliarden Sonnenmassen ein beachtliches Gewicht. Dadurch wird es zum optimalen Beobachtungsobjekt für das Event Horizon Telescope (EHT), einem virtuellen Zusammenschluss von an acht Orten über die Erde verteilten Antennen. Daran beteiligt sind unter anderem das Atacama-Large-Millimeter/submillimeter-Array(ALMA)-Teleskop in den Anden von Chile, das Tele­skop des Instituts für Radioastronomie im Millimeterbereich in den Alpen und das South Pole Telescope in der Antarktis. Die Antennen können anhand von Atomuhren sehr präzise synchronisiert werden. Für die kürzlich in „The Astrophysical Journal Letters“ veröffentlichten Aufnahmen wurden Radiowellen einer Wellenlänge von 1,3 mm empfangen und daraus mithilfe spezialisierter Supercomputer ein Bild mit einer erstaunlichen Auflösung berechnet. Zu sehen ist eine gelb rötliche Scheibe aus extrem heißem Gas, das rasant um das schwarze Loch kreist. Dessen Schatten ist deutlich in der Mitte der Scheibe zu erkennen. Damit gelang dem internationalen Forscherteam nach jahrzehntelanger Arbeit nun erstmals die direkte Abbildung eines bisher nur indirekt messbaren Phänomens. |

Quelle

Akiyama K et al. First M87 Event Horizon Telescope Results. ApJL 2019;875:L1-L5

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