DAZ aktuell

Kein Antibiotikum zu viel

Pilotprojekt in der Schweiz

hb/ral | Im Schweizer Kanton Tessin geben Apotheken einem Kunden nur noch exakt so viele Antibiotika-Tabletten mit, wie dieser für die Therapie benötigt – unabhängig von im Handel befindlichen Packungsgrößen. Die Maßnahme gegen Resistenzen kommt bei Patienten gut an.
Foto: felipecaparros – stock-adobe.com

Seit Anfang des Jahres läuft in der Südschweiz der Modellversuch, mit dem Apotheker einen Beitrag gegen die Resistenzentwicklung bei Antibiotika leisten wollen. Tessiner Apotheker, die (freiwillig) am Projekt teilnehmen, geben nur noch die tatsächlich verordnete Antibiotikamenge aus einer Handelspackung ab, wenn es keine passende Packungsgröße gibt. Dabei müssen sie allerdings einiges beachten: So sollen die Arzneimittel in der Fertig­packung abgegeben werden, damit Informationen wie die Chargennummer und das Verfalldatum nicht verloren gehen. Außerdem muss die Packungsbeilage mitgegeben werden. Überschüssige Dosen sollen auf den Namen des Patienten bis einige Tage nach dem zu erwartenden Ende der Behandlung aufgehoben werden, für den Fall, dass der Arzt sich für eine Verlängerung der Therapie entscheidet. Die Apotheke soll der Krankenkasse die Packungsgröße in Rechnung stellen, die der verordneten Dosismenge am nächsten ist.

Mittlerweile liegen erste Erfahrungen des Projekts vor. Kunden reagieren den Apotheken zufolge mehrheitlich positiv auf die genaue Abgabe der verordneten Dosen. |

Das könnte Sie auch interessieren

Klinikärzte dürfen Arzneimittel verschreiben / Verordnungsblatt ist drei Werktage gültig

G-BA beschließt Entlassmanagement

Rahmenvertrag zur Arzneimittelversorgung

DAV-Vorstand beschließt Änderungen

Auslegung der Aut-idem-Regel

LG Hamburg: Die Normgröße ist entscheidend

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.