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Beratung

Kleine Schniefnase, großes Leid

Behandlungsoptionen im Babyalter

Wer bei Babyschnupfen an einen „kleinen Schnupfen“ und an ein süß klingendes „Hatschi“ aus Babys Nase denkt, verkennt die Realität. Die verstopfte Nase erschwert den Kleinen das Trinken und Schlafen. Verständlicherweise quengeln und weinen die meisten Babys vermehrt – eine Herausforderung für die Eltern. Bei den kleinen Patienten ist der Gang zum Kinderarzt häufig die beste Empfehlung. Das heißt aber nicht, dass eine Selbstmedikation gänzlich ausgeschlossen ist. | Von Annette Lüdecke

In den ersten Lebensmonaten genießen Babys noch den sogenannten Nestschutz durch mütterliche Immunglobuline. Doch früher oder später – häufig im zweiten Lebenshalbjahr – kommt er, der erste Babyschnupfen. Gerade wenn ältere Geschwister aus dem Kindergarten gefühlt jede Erkältung mit nach Hause bringen, kann es auch das kleine Geschwisterkind schneller treffen. Durch gemeinsames Spielen oder den Austausch von Spielzeug, das in der Krabbelgruppe von Mund zu Mund wandert, besteht ebenfalls ein höheres Übertragungsrisiko. Die Eltern leiden verständlicherweise mit, wenn es ihrem Kind nicht gut geht. Da Babys überwiegend durch die Nase atmen, wird vor allem das Trinken an der Brust oder der Flasche zum Problem.

Nasensekret entfernen

Wie bekommt man den Schleim aus der Nase des Babys, damit es wieder einigermaßen frei durchatmen kann? Dies ist wahrscheinlich die dringlichste Frage der Eltern. Babys und Kleinkinder können schließlich noch nicht ausschnauben, das lernen sie erst mit drei oder vier Jahren. Flüssiges, aus der Nase herauslaufendes Sekret kann mit einem weichen Papiertuch abgewischt werden. Festeres Sekret lässt sich möglicherweise mit einer eingedrehten Ecke eines Zellstofftuchs entfernen. Dies sollte vorsichtig geschehen, damit die Absonderung nicht in der Nase hochgeschoben wird. Wattestäbchen sind aus diesem Grund – und weil Verletzungen in der Nase entstehen können – tabu. Eine andere Möglichkeit sind Nasensauger, mit denen das Sekret aus der Nase gezogen wird. Neben Modellen, die auf den Staubsauger aufgesteckt werden, gibt es auch manuelle Absauggeräte (z. B. Mundnasensauger von Angel-Vac®). Wird ein Nasensauger angewendet, um die Atmung zu erleichtern oder damit Nasentropfen die Nasenschleimhaut besser erreichen, sollte dies in jedem Fall vorsichtig und erst nach aufmerksamem Lesen der Gebrauchsinformation geschehen.

Befeuchten und Verflüssigen

Gerade im Säuglingsalter ist die Anwendung isotonischer Kochsalzlösungen empfehlenswert. Auch isotone Meerwasserlösungen sind eine Option. Neben der Befeuchtung der Nasenschleimhaut wird das Nasensekret verdünnt und kann besser abfließen, wodurch die Nasenatmung erleichtert wird. Entsprechende Zubereitungen gibt es als Nasentropfen (z. B. Emser® Nasentropfen, Olynth® salin Nasentropfen), als Nasenspray (z. B. Rhinomer® Nasenspray, Nisita® Dosierspray) oder als Einzeldosispipetten (z. B. Rhinomer® babysanft). Einige Mittel enthalten auch Zusätze wie Dexpanthenol (z. B. Mar® plus Nasenpflegespray) oder Aloe vera (z. B. Rhinodoron® Nasenspray). Auf den Wunsch nach einer konservierungsmittelfreien Zubereitung sollte man vorbereitet sein. Vor allem die Kleinsten dürften die Anwendung von Nasentropfen als angenehmer empfinden.

Mit Wick® VapoSpray Baby und Kind gibt es außerdem ein isotonisches Spray mit Meerwasser zur Nasenspülung, das laut Hersteller für Kinder von neun Monaten bis sechs Jahren geeignet ist. Übrigens: Auch Muttermilch kann bei gestillten Säuglingen verwendet werden. Diese enthält diverse Immunglobuline und dient der Befeuchtung.

Dekongestiva: Abgabe mit Augenmaß

Zurückhaltend und somit eher bei stärkeren Beschwerden bzw. nach Empfehlung oder Verordnung durch den Kinderarzt können kurzfristig auch abschwellende Nasentropfen für Säuglinge eingesetzt werden. Die zur Gruppe der alpha-Sympathomimetika gehörenden Wirkstoffe Xylometazolin und Oxymetazolin wirken schleimhautabschwellend und lassen kleine Patienten wieder frei durchatmen. Festsitzendes Sekret kann abfließen, und auch die Nasennebenhöhlen und die eustachische Röhre werden wieder besser belüftet. Unbedingt zu beachten sind die babygerechte Wirkstoffkonzentration (Xylometazolin: Otriven® 0,025% für Säuglinge, Oxymetazolin 0,01%: Nasivin® Dosiertropfer Baby) sowie die Dosierung und Anwendungsdauer (maximal fünf Tage). Auch bei normaler Dosierung kann es in dieser Altersgruppe zu schweren Nebenwirkungen (z. B. Apnoe) kommen. Bei untergewichtigen Säuglingen und Frühgeborenen darf die Dosierung nur nach Anordnung des Arztes erfolgen.

Literaturtipp

Eltern und Kinder gut beraten

Nicht nur bei Babys und Kleinkindern sind Eltern – gerade wenn es das erste Kind ist – über eine Einschätzung und vielleicht auch Bestätigung ihres guten oder unguten Bauchgefühls in der Apotheke dankbar. Je älter das Kind wird, desto besser können die Eltern abschätzen, ob es sich um eine ernste Infektion handelt, mit der sie gleich beim Kinderarzt vorstellig werden sollten, oder ob ihr Weg sie in die Apotheke führt. Dann ist die Beratungskompetenz von Apothekern und PTA gefragt: Denn auch bei den von Eltern als eher harmlos eingestuften Beschwerden sollten die Augen und Ohren offen gehalten werden, um die Grenzen der Selbstmedikation auszuloten und eine fundierte Empfehlung abgeben zu können. Um das Beratungswissen bei Säuglingen und (Klein-)Kindern zu festigen und zu erweitern, kann folgende Literatur hilfreich sein:


Schäfer/Ude/Ude

Pädiatrische Pharmazie

268 Seiten, 39,80 Euro

ISBN 978-3-7692-7211-6

Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart 2019




Emde/Glöckler/Haverland/Müller-Frahling/Schlenk

Komplementärmedizin für Kinder

451 Seiten, 29,80 Euro

ISBN 978-3-8047-3042-7

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2012



Einfach und schnell bestellen:
Deutscher Apotheker Verlag, Postfach 10 10 61, 70009 Stuttgart
Tel. 0711 – 25 82 341, Fax: 0711 – 25 82 290
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Präparate zum Einreiben und Auftropfen

Für schnupfengeplagte Babys gibt es außerdem Präparate zum Auftragen auf die Brust (z. B. Transpulmin® Babybalsam mild mit Lavendel-, Sternanis- und Thymianöl für Kinder ab drei Monaten). Auf die Altersangabe, die Inhaltsstoffe und die altersgerechte Anwendung ist unbedingt zu achten. Die ätherischen Öle Campher und Menthol sind nicht geeignet, da sie bei kleinen Kindern und Säuglingen lebensbedroh­liche Verkrampfungen des Kehlkopfs (Glottiskrampf) aus­lösen können. Mit dem Engelwurzbalsam von Ingeborg Stadelmann / Bahnhof-Apotheke Kempten gibt es außerdem eine Aromapflege für kleine Schnupfennasen, die außen auf die Nasenflügel aufgetragen wird (für Säuglinge unter sechs Monaten äußerst sparsam). Enthalten sind Wollwachs, Johanniskraut in Olivenöl, Bienenwachs, Angelikawurzel, Majoran und Thymian. Der anthroposophische Nasenbalsam für Kinder (Wala) kann ebenfalls ab dem Säuglingsalter angewendet werden, und zwar im Bereich des Nasen­eingangs. Das Präparat Babix®-Inhalat N enthält Eucalyptus- und Fichtennadelöl und kann z. B. auf die Kleidung oder die Bettwäsche – keinesfalls in die Nähe der Atmungsorgane – oder in eine Schüssel mit Wasser eingetropft werden.

Mehr als „nur“ Schnupfen

Nicht immer beschränken sich die Beschwerden auf ein verstopftes Näschen. Im Rahmen einer Erkältung kann unter anderem auch Husten auftreten. Es gibt diverse Präparate, die bereits ab dem Säuglingsalter geeignet sind – dazu gehören die bereits erwähnten Präparate Transpulmin® Babybalsam mild und Babix®-Inhalat N oder der Thymian-Myrthe-Balsam für Kinder (Ingeborg Stadelmann / Bahnhof-Apotheke Kempten). Auch anthroposophische Mittel (z. B. Bronchi Plantago Globuli velati, Archangelica comp. Globuli velati oder Plantago Hustensaft der Firma Wala) werden angeboten, ab einem Alter von sechs Monaten zudem der homöopathische Monapax®-Saft (enthält Alkohol). Grundsätzlich sollte der Husten aber zuvor ärztlich abgeklärt werden. Es ist damit zu rechnen, dass der Kinderarzt dann gegebenenfalls einen Hustensaft verordnet oder andere Maßnahmen empfiehlt.

Wichtig: Ruhe, Trinken und Zuwendung

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Mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Wohlbefinden des Babys unterstützen. Bei Säuglingen, die unter Erkältungssymptomen wie Schnupfen oder Fieber leiden, gilt es, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Um die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu erhöhen, können eine Schüssel mit Wasser auf die Heizung gestellt oder feuchte Tücher aufgehängt werden. Auch Spaziergänge an der frischen Luft sind – je nach Wetter gut eingepackt und abhängig vom Allgemeinzustand – in der Babytrage oder dem Kinderwagen wohltuend fürs Kind. Damit die Kleinen zur Ruhe kommen und sich erholen können, sollten entspannte Aktivitäten auf dem Programm stehen, z. B. Kuscheln, gemeinsam ein Buch anschauen oder ein Extra-Schläfchen einlegen. Ist das Kind unzufrieden und unruhig, kann zumindest kurzfristig Ablenkung helfen, beispielsweise mit einem interessanten Spielzeug oder mit Fingerspielen. Mit dem Baby zu reden, ihm etwas vorzusingen, es im Arm zu halten und Geborgenheit zu geben, ist nicht nur für kranke Kinder wichtig: liebevolle Zuwendung wirkt wahre Wunder.

Häufiges Begleitsymptom: Fieber

Bei Säuglingen und kleinen Kindern geht ein grippaler Infekt außerdem häufig mit Fieber einher. Diese natürliche Abwehrreaktion des Körpers führt oft zur Beunruhigung der Eltern. Zur Erinnerung: Die normale Körpertemperatur eines Kindes liegt zwischen 36,5 °C und 37,5 °C. Bei Werten von 37,6 °C bis 38,4 °C spricht man von erhöhter Temperatur, ab 38,5 °C besteht definitionsgemäß Fieber. Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen (bis circa vier Wochen) ist allerdings bereits ab 38 °C von Fieber die Rede, da die Fähigkeit zu fiebern eventuell noch nicht vollständig ausgeprägt ist. Für die Messung der Körpertemperatur ist ein Digitalthermometer mit flexibler Spitze empfehlenswert. Die genauesten Ergebnisse erhält man mit der rektalen Messung. Um die Gleitfähigkeit zu erhöhen, kann ein wenig Pocreme auf die Spitze gegeben werden. Bei Ohr- und / oder Stirn­thermometern liegt der gemessene Wert etwa 0,5 °C niedriger als bei der rektalen Messung. Die Anwendung erfordert eine gewisse Übung, gerade beim engen Gehörgang der Säuglinge. Außerdem nachteilig sind mögliche Fehlerquellen wie Ohrenschmalz oder Zugluft. Meist wird empfohlen, bei einer Temperatur von 38,5 °C bis 39 °C fiebersenkende Maßnahmen zu ergreifen. Zu beachten ist auch der Allgemeinzustand des Kindes, also ob es unter der hohen Temperatur leidet und zunehmend erschöpft wirkt oder schlecht trinkt.

Fiebersenkende Maßnahmen

Im ersten Lebensjahr dürften vornehmlich fiebersenkende Zäpfchen zum Einsatz kommen, die als Darreichungsform der Wahl gelten. Wird das Suppositorium vor Gebrauch leicht in der Hand angewärmt und/oder mit etwas Öl benetzt, gleitet es leichter in den After. In jedem Fall sollten die Eltern mit dem Baby reden und es auf die Arzneimittelgabe vorbereiten. Zur Verfügung stehen Paracetamol (z. B. ben-u-ron® Suppositorien 75 mg bzw. 125 mg, Paracetamol-ratiopharm® Zäpfchen 75 mg bzw. 125 mg, in der niedrigsten Wirkstoffmenge ab 3 kg Körpergewicht anwendbar) und Ibuprofen (z. B. Nurofen® junior 60 mg Zäpfchen, ab drei Monaten und 6 kg Körpergewicht, ib-u-ron® 75 mg Suppositorien, ab acht Monaten und 7,5 kg Körpergewicht). Sie werden nach dem Körpergewicht des Kindes und in Abhängigkeit des Alters dosiert. Ab einem gewissen Körpergewicht bzw. Alter stehen auch flüssige Arzneiformen zur Verfügung (Paracetamol, z. B. ben-u-ron® Saft, ab 3 kg Körpergewicht, Ibuprofen, z. B. Nurofen® junior Fiebersaft 2%, ab sechs Monaten und 5 kg Körpergewicht).

Wadenwickel zählen zu den altbekannten Hausmitteln, die eventuell ergänzend angewendet werden können – allerdings nur, wenn das Kind warme Haut hat. Die Wassertemperatur sollte nur ein paar Grad unterhalb der Körpertemperatur des Babys liegen, also eher handwarm sein. Der feuchte Wickel kann für mehrere Minuten aufgelegt und dann gewechselt werden, wobei nach etwa 20 Minuten Schluss sein sollte. Ob es bei strampelnden und sich windenden Babys gut funktioniert, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel

Globuli und Co. erfreuen sich unter Eltern großer Beliebtheit. Tatsächlich hält die Homöopathie verschiedene Einzelmittel bereit, die bei Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Husten oder Fieber ausgewählt werden können. Eine genaue Kenntnis über die passenden Mittel – deren Auswahl abhängig von den Symptomen und Begleitumständen des kleinen Patienten ist – und die altersgerechte Anwendung sind hierbei unerlässlich. Deutlich einfacher in der Beratung sind anthroposophische Kombinationspräparate oder homöopathische Komplexmittel mit entsprechender Indikation und Altersangabe.

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Bereits ab dem Säuglingsalter können – unter Wahrung der Selbstmedikationsgrenzen – beispielsweise Meteoreisen Globuli velati (Wala) oder Infludoron® Streukügelchen (Weleda) gegeben werden, die in ihrer Packungsbeilage grippale Infekte als Anwendungsgebiet aufführen. Auch Nisylen® Tabletten sollen eine Option bei grippalen Infekten sein, werden allerdings erst für Kinder ab einem Jahr empfohlen. Meditonsin® Globuli werden für Kinder von sieben bis zwölf Monaten angeboten, allerdings nur nach Rücksprache mit dem Arzt. Broncho­bini® (Heel; ab sechs Monaten) soll Beschwerden wie Hustenreiz und Verschleimung lindern. Ist das Baby krankheitsbedingt unruhig und quengelig, kommt – ebenfalls erst nach ärztlicher Rücksprache – das Präparat Viburcol® N Zäpfchen in Betracht. Das homöopathische Mittel soll krankheitsbedingte Unruhezustände lindern und Beschwerden bei Erkältungskrankheiten bessern.

Nicht immer harmlos

Meist ist eine viral bedingte Erkältungskrankheit zwar harmlos, und die Symptome verschwinden nach circa sieben bis zehn Tagen wieder. Bei Babys kann sich eine einfache Erkältung aber schnell zu einer ernsthaften Erkrankung ausweiten. Da die Atemwege der Babys sehr eng sind und das Immunsystem den Erregern noch relativ wenig entgegenzusetzen hat, können (bakterielle) Komplikationen wie eine Nasennebenhöhlenentzündung, eine Mandelentzündung, eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung auftreten. Vor diesem Hintergrund dürften die relativ engen Grenzen der Selbstmedikation im ersten Lebensjahr auch für Eltern nachvollziehbar sein, die einem Arztbesuch zunächst kritisch gegenüberstehen. Eine weitere mögliche Folgeerkrankung bei einer Erkältung ist die Mittelohrentzündung: Haben Eltern den Verdacht, dass ihr Säugling unter Ohrenschmerzen leidet, ist ein Arztbesuch unbedingt notwendig. Mögliche Symptome sind schrilles und lautes Weinen und häufiges Berühren der Ohren. Dann sollte Zugluft vermieden werden, wohltuend kann außerdem ein Mützchen sein, das die Ohren warmhält. Bei Ohrenschmerzen im Rahmen einer Erkältung können abschwellende Nasentropfen zur besseren Belüftung hilfreich sein. Zur Schmerzlinderung stehen altersgerechte Präparate mit Paracetamol und Ibuprofen zur Verfügung.

Wann zum Arzt?

Sollte das Baby mit seinen Beschwerden von einem Kinderarzt untersucht werden oder bewegt man sich noch im Rahmen der Selbstmedikation? Um diese Frage zu beantworten, sollten im Beratungsgespräch das Alter des Kindes, die Symptome und die bisherige Dauer der Beschwerden sowie gegebenenfalls bereits erfolgte Maßnahmen erfragt werden. Auch die Frage nach weiteren Arzneimitteln oder Grunderkrankungen sollte nicht fehlen. Babys unter drei Monaten sind mit Schnupfen generell einem Kinderarzt vorzustellen, ältere Säuglinge spätestens dann, wenn der Schnupfen nach einer Woche unverändert oder sogar schlechter geworden ist (z. B. mit gelblich-grünem Nasensekret). Hustende Babys sind grundsätzlich ein Fall für den Arzt, insbesondere wenn das Kind jünger als drei Monate ist, sowie bei starkem, bellendem oder quälendem Husten, wenn gelblicher Auswurf besteht, das Baby bereits seit mehreren Tagen hustet oder Husten unabhängig von einer Erkältung auftritt. Neben den bereits erwähnten Ohrenschmerzen ist auch Fieber ein wichtiges Kriterium: Eltern sollten mit Babys unter drei Monaten bereits bei einer Körpertemperatur von 38 °C zum Arzt gehen, bei älteren Babys spätestens dann, wenn das Fieber länger als einen Tag anhält, fiebersenkende Maßnahmen ohne Effekt bleiben oder das Baby nicht trinken mag. Hatte das Baby einen Fieberkrampf, sollte es ebenfalls unbedingt kinderärztlich untersucht werden. Zudem gilt es, den Allgemeinzustand, das Trinkverhalten und weitere Symptome (z. B. Erbrechen, Durchfall, Hautausschläge, erschwerte Atmung, Berührungsempfindlichkeit, Rachenbeläge, Heiserkeit) abzufragen. Auch wenn sich das Kind anders verhält als sonst, oder die Eltern aus anderen Gründen beunruhigt sind, sollten sie darin bestärkt werden, einen Arzt aufzusuchen. |

Literatur

Schäfer C, Ude C, Ude M. Pädiatrische Pharmazie. Deutscher Apotheker Verlag 2019

Lennecke K, Hagel K. Selbstmedikation für die Kitteltasche. Deutscher Apotheker Verlag, 6. Auflage 2016

Dietlmeier P. mindCards Selbstmedikation bei Kindern. Deutscher Apotheker Verlag 2012

Das Baby. Informationen für Eltern über das erste Lebensjahr. Informationsbroschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Stand: Oktober 2018

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). www.kindergesundheit-info.de, www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/erkrankungen/grippaler-infekt/ und www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/krankheitszeichen/fieber/

Lüdecke A. Kleine Erkältungspatienten in der Apotheke. www.dazonline.de, www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/12/01/kleine-erkaeltungspatienten-in-der-apotheke

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Autorin

Annette Lüdecke, Apothekerin, ist nach einem zweijährigen Volontariat in der DAZ-Redaktion als freie Mitarbeiterin für die DAZ und die PTAheute tätig.

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