Gesundheitspolitik

Kommentar: Gute Argumente für gute Versorgung

Christine Ahlheim

Die Diskussion um den Versandkonflikt ist in der heißen Phase angelangt, demnächst soll das Thema in der Unionsfraktion besprochen werden (s. S. 8). Dort dürfte Gesundheitsminister Spahn mit einigem Gegenwind zu rechnen haben. Denn schließlich will er sich selbstherrlich über den Koalitionsvertrag hinwegsetzen, in dem das Rx-Versand­verbot festgeschrieben wurde.

Bemerkenswert ist, dass sich mit der CDU-Abgeordneten Dr. Astrid Mannes nun eine Nicht-Gesundheitspolitikerin für das Rx-Versandverbot stark macht: Sie schätzt sowohl die Leistungen, die von den Apotheken erbracht werden, als auch den niedrigschwelligen Zugang und das Angebot an Arbeitsplätzen. Damit wird sie unter den Abgeordneten bei Weitem nicht die einzige sein.

Gerade jetzt wäre es daher sinnvoll, dass möglichst viele Apotheker das Gespräch mit ihren Politikern vor Ort suchen. Der beste Ansprechpartner dürfte dabei der jeweilige Bundestagsabgeordnete sein, aber auch Landräte und Bürgermeister wissen ihre Kontakte zu nutzen, wenn es um ein derart brisantes Thema geht.

Die Materie ist natürlich komplex und Spahn versteht sich darauf, die von Apothekerseite geäußerten Befürchtungen klein- und seine Gegenmaß­nahmen schönzureden. Wer Kontakt zu „seinem“ Politiker aufnimmt, sollte daher gute Argumente mit­bringen, die auch Spahns ignoranter Haltung trotzen können. Wertvolle Unterstützung bieten dabei die Thesen auf Seite 5: Dort wird gut verständlich und wissenschaftlich fundiert dargelegt, warum das Rx-Versandverbot bzw. die Gleichpreisigkeit für den Erhalt der Apotheken vor Ort unverzichtbar sind.

Christine Ahlheim, Chefredakteurin der AZ

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