Gesundheitspolitik

Docdirekt nur noch über TSS

KV erhofft sich Aufschwung durch das E-Rezept

STUTTGART (jb) | In Baden-Württemberg können sich GKV-Patienten schon seit einer Weile telemedizinisch bei Docdirekt, einem Projekt der Kassenärzt­lichen Vereinigung, behandeln lassen. Ab dem kommenden Jahr soll das nur noch nach der Erst­einschätzung in der Terminservicestelle (TSS) möglich sein.

Den Terminservicestellen (TSS) kommt künftig eine neue Rolle zu: Sie sollen bis zum 1. Januar 2020 zu Servicestellen für ambulante Versorgung und Notfälle weiter­entwickelt werden. Das wurde mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) beschlossen. Unter anderem sollen sie täglich 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche über die bundesweit einheitliche Notdienstnummer (116117) erreichbar sein. Im Akutfall wird dann eine Ersteinschätzung (Triage) vorgenommen und der Patient der angemessenen Versorgungs­stufe zugewiesen. Je nach Schwere kann das die Notaufnahme, die Bereitschaftspraxis oder auch der Arztbesuch am nächsten Tag sein.

Vor diesem Hintergrund ist es für die KV Baden-Württemberg nur ­logisch, ihr Telemedizinangebot Docdirekt als zusätzliche Versorgungsform dort zu integrieren. Denn Docdirekt richtet sich an akut Erkrankte, die ihren behandelnden Arzt nicht erreichen. Die Patienten können sich derzeit entweder via App oder über die Internetseite des Modellprojektes nach Ersteinschätzung durch eine Medizinische Fachangestellte mit ­einem Mediziner verbinden lassen. Künftig soll Docdirekt dann nur noch über den Umweg der TSS erreichbar sein.

Als zusätzliche Hürde sieht man das bei der KV aber nicht, eher hofft man, dass Menschen, die das Angebot gar nicht kennen, über die TSS darauf aufmerksam gemacht werden. Denn bei den Nutzern ist noch Luft nach oben. Wie die Ärzte Zeitung berichtet, gehen im Schnitt zwischen 400 und 500 Anrufe pro Monat ein, 100 Patienten werden an einen Arzt zur Beratung per Telefon, Chat oder Videocall vermittelt.

Weiteren Aufschwung erwartet die KV durch das E-Rezept. Mit den ersten E-Rezepten kann man nach aktuellem Stand in den Modell­regionen Stuttgart und Tuttlingen Anfang November rechnen. Apotheken, die mitmachen wollen, müssen sich ab dem 14. Oktober auf dem N-Ident-Portal der NGDA anmelden (https://n-id.ngda.de/). |

Das könnte Sie auch interessieren

Baden-Württemberg fördert E-Rezept-Projekt

GERDA erhält eine Million Euro

E-Rezept-Modellprojekt in Schwierigkeiten

Markenstreit um „GERDA“

E-Rezept-Projekt

GERDA steht vor der Tür

Kammer im Markenrechtsstreit

„GERDA“ ist Geschichte

Modellprojekt wird ausgeweitet, E-Rezept kommt 2019

Docdirekt in ganz Ba-Wü

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.