Wirtschaft

Ambitionierter Ausblick

Bayer: Gute Pharmazahlen, schwaches Agrargeschäft

cha | Bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal be­stätigte Bayer-Chef Werner Baumann zwar den Jahresausblick, bezeichnete ihn aber als „zu­nehmend ambitioniert“. Ursache dafür ist vor allem das schwache Agrargeschäft in den USA.

Im zweiten Quartal erhöhte sich laut Pressemitteilung der Konzernumsatz währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 0,9 Prozent auf 11,485 Mrd. Euro, nominal entspricht das einem Plus von 21,1 Prozent. Allerdings fiel hier vor allem die Monsanto-Übernahme ins Gewicht, die im Vorjahresquartal kaum eingeflossen war. Das Konzernergebnis ging um 49,1 Prozent auf 404 Mio. Euro zurück. Als Grund nennt Bayer vor allem Überschwemmungen und starke Regenfälle im Mittleren Westen der USA sowie Trockenheit in weiten Teilen Europas und in Kanada, die sich auf das Agrargeschäft negativ auswirkten. Positiv entwickelte sich dagegen der Umsatz mit rezeptpflichtigen sowie mit rezeptfreien Arzneimitteln.

Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet Bayer einen Umsatz von etwa 46 Mrd. Euro. Allerdings sei dies in Anbetracht des schwierigen Umfelds für das Agrargeschäft zunehmend ambitioniert.

Mit Fernsehwerbung werden Kläger angelockt

Derweil wird die Prozessflut in den USA wegen der angeblichen Krebsrisiken von Glyphosat immer größer. Nach Mitteilung von Bayer wurden bis zum 11. Juli 2019 Klagen von etwa 18.400 Klägern zugestellt. Der Zuwachs liegt vor allem auch daran, dass kräftig die Werbetrommel gerührt wird, um Teilnehmer an Sammelklagen zu finden: Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurden allein im Juni über 12 Mio. Dollar für Fernsehwerbung ausgegeben. Zudem musste Bayer bereits drei Schlappen vor Gericht hinnehmen; auch wenn die von den Geschworenen geforderten Strafzahlungen zwischenzeitlich deutlich reduziert wurden, liegen die Summen immer noch im hohen zweistelligen Millionenbereich. Der Konzern beabsichtige, so die Pressemeldung, sich in all diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen. Parallel werde Bayer sich konstruktiv in den Mediationsprozess einbringen, der von einem Bundesrichter in Kalifornien angeordnet wurde. |

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