Gesundheitspolitik

Gemeinsamer Impfappell

Apotheker und Ärzte in Nordrhein im Schulterschluss

BERLIN (ks) | Ärzte und Apotheker in Nordrhein haben einen gemeinsamen Impfappell an die Bevölkerung gerichtet. Zugleich betonten sie, dass sie weiterhin ihre jeweiligen besonderen Kompetenzen einbringen und die klassische Arbeitsteilung nicht antasten wollen.

„Impfen gehört zum Besten, was je für die Gesundheit entwickelt wurde. Denn wer erfolgreich geimpft ist, wird erst gar nicht krank und trägt zugleich zum Schutz der Menschen in seiner Umgebung bei“, heißt es in einer am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Erklärung der Apothekerkammer sowie der Ärztekammer Nordrhein. Die beiden Kammerpräsidenten Lutz Engelen und Rudolf Henke finden es gut, dass der Gesetzgeber im Fall der Masern gegen Nachlässigkeit und fehlinformierte Impfskepsis vor­gehen will. „Davon unabhängig bleibt es unser gemeinsames Ziel, die Menschen in unserem Kammerbereich auch vor allen anderen Erkrankungen zu schützen, die mit Impfungen verhindert werden können. Wir rufen dazu auf, den Impf-Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts konsequent zu folgen.“ Engelen und Henke verweisen darauf, dass es zum Thema Impfen viele Fragen gebe, zu denen Ärzte und Apotheker mit ihrem Fachwissen beraten könnten.

Sie sind sich auch einig, dass jede Berufsgruppe in diesem Gebiet ihre besondere Kompetenz ein­bringe. Der Schlüssel liege in der Stärkung dieser Kompetenzen und nicht in einer unsachgemäßen Vermischung von Aufgaben. „Die klassische Arbeitsteilung unserer Heilberufe zum Wohle der Patienten hat sich bewährt“, meinen die Kammerpräsidenten. Sicherlich auch mit Blick auf die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geplanten Modellvorhaben für Grippeimpfungen in der Apotheke erklären sie deutlich: „Wir brauchen keine Impfungen in Apotheken und kein Dispensierrecht für die Ärzteschaft.“ Nötig seien dagegen faire Rahmenbedingungen für beide Berufe und eine Förderung ihrer Beratungstätigkeit.

In der gemeinsamen Erklärung fordern Engelen und Henke überdies „ein entschiedenes Vorgehen der Politik gegen alle Tendenzen, das Agieren kommerziell getriebener Großkonzerne an die Stelle der freiberuflich verantworteten Sorge für die Gesundheit zu setzen“. Denn Kommerzialisierung und Konzernbildung im Gesundheitswesen gefährdeten die Garantenstellung der akademischen Heilberufe. |

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