Wirtschaft

Nur wenig Begeisterung für Securpharm

APOkix-Umfrage: Keine hohen Erwartungen an den Fälschungsschutz / Der Frühlingsaufschwung lässt auf sich warten

cha | Am 9. Februar wurde das europäische Fälschungsschutzsystem Securpharm in den deutschen Apotheken scharf gestellt. Bei den APOkix-Teilnehmern hält sich die Begeisterung dafür in Grenzen – das zeigt die aktuelle Umfrage vom März 2019.

Mehr als die Hälfte der APOkix-Teilnehmer erwartet von Securpharm keinerlei Verbesserungen bei der Arzneimittelsicherheit. Nur fünf Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Arzneimittelsicherheit „deutlich“ und 38 Prozent, dass sie „etwas“ verbessert wird.

Die überwiegende Mehrzahl der Apothekenleiter (88 Prozent) ist dagegen der Ansicht, man hätte statt der Einführung von Securpharm besser Maßnahmen ergreifen sollen, die verhindern, dass gefälschte Arzneimittel überhaupt in die Lieferkette gelangen. Und auch nur gut ein Drittel der Befragten gibt an, dank Securpharm ein gutes Gefühl zu haben, dass sichere und wirksame Medikamente an die Patienten abgegeben werden.

Dennoch hält es immerhin rund die Hälfte der APOkix-Teilnehmer für wichtig, dass mit Securpharm eine europaweite Lösung zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit implementiert wurde. Allerdings lehnen es knapp drei Viertel der Befragten ab, dass alle apothe­kenpflichtigen Arzneimittel – und damit auch sämtliche OTC-Produkte – mit den Sicherheitsmerkmalen versehen werden.

Zur praktischen Durchführung der Securpharm-Prüfung wurden die APOkix-Teilnehmer ebenfalls befragt. Dabei bevorzugen es 86 Prozent, verifizierungspflichtige Arzneimittel direkt beim Wareneingang und nicht erst bei der Abgabe an der Kasse zu verifizieren. Nur ein gutes Drittel der Befragten bezeichnet die Securpharm-Prüfung per Scan als „einfach, schnell und unkompliziert“. Und auch nur rund die Hälfte erwartet, dass es deutlich einfacher wird, sobald keine Bestandsware ohne Sicherheitsmerkmale mehr in den Apotheken ist. Über zu viele Fehlermeldungen in der Anfangszeit klagen 39 Prozent der Apothekenleiter.

Im Vorfeld des Securpharm-Starts gab es erhebliche Informationsdefizite. Nur ein Viertel der APOkix-Teilnehmer fühlte sich umfassend informiert. Gut ein Viertel hatte noch offene Fragen, die auch weiterhin ungeklärt sind. 48 Prozent der Befragten geben an, dass sie die vor dem Start noch offenen Fragen durch eigene Recherche klären konnten. Informationsquellen waren dabei das Softwarehaus (89 Prozent), gefolgt von Apothekerkammer/Verband (44 Prozent), Securpharm selbst (36 Prozent) sowie die Presse (27 Prozent).

Die Stimmung der APOkix-Teilnehmer bleibt sowohl bei der aktuellen Lage als auch bei der zukünftigen Entwicklung deutlich im negativen Bereich.

Der Blick in die Zukunft bleibt trübe

Weiterhin wurden die APOkix-Teilnehmer wie jeden Monat nach ihrer Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung gefragt. Dabei zeigte sich nur wenig Veränderung zum Vormonat: Der Konjunktur­index zur aktuellen Geschäftslage fiel im März auf 88,5 Punkte. Damit lag er zwar nur 0,8 Punkte unter dem Wert vom Februar, aber 17,1 Punkte unter dem Wert vom März 2018. Bei 100 Punkten halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage.

Trübe bleibt nach wie vor der Blick in die Zukunft: Im März stieg der Index für die erwartete Geschäftslage auf 65,7 Punkte nach 65,3 Punkten im Februar. Zwar liegt er damit deutlich höher als im Dezember 2018 mit 54,5 Punkten. Dennoch erwarten immer noch 43 Prozent der APOkix-Teilnehmer, dass sich ihre Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern werden. Dagegen rechnet nicht einmal jeder zehnte Apotheken­leiter mit einer Verbesserung seiner wirtschaftlichen Situation. |

APOkix wird vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) initiiert und durchgeführt, die Noweda eG unterstützt APOkix im Rahmen eines Sponsorings, Medienpartner ist der Deutsche Apotheker Verlag.

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