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Ärzte kämpfen für Sofosbuvir-Generika

Sovaldi-Patent in der Kritik: „Missbrauch des Patentsystems durch Pharmaunternehmen“

bj/ral | Seit Jahren kämpfen gemeinnützige Organisationen für Sofosbuvir-Generika, bislang ohne Erfolg. Im September hatte sich das Europäische Patentamt gegen Generika für das Hepatitis-C-Präparat Sovaldi® in Europa entschieden. Dagegen legen Ärzte ohne Grenzen mit fünf weiteren Hilfsorganisationen nun Berufung ein.

In Europa kostet ein zwölfwöchiger Behandlungszyklus mit Sovaldi® 43.000 Euro. In Ländern, wo Gileads Blockbuster keinen Patentschutz mehr hat, stehen Sofosbuvir-Generika für lediglich 52 bis 75 Euro zur Verfügung. Medizinische Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen setzen sich dafür ein, dass auch in Europa erschwingliche Sofosbuvir-Generika verfügbar werden. Aktuell haben die sechs Organisationen Ärzte ohne Grenzen, AIDES (Frankreich), Access to Medicines Ireland, Praksis (Griechenland) und Salud por Derecho (Spanien) Berufung gegen die jüngste Entscheidung des Europäischen Patentamts (EPA) eingelegt, nach der das Sovaldi-Patent in Europa vorerst erhalten bleiben darf.

Das Ziel der Aktionen der Ärzte-Organisationen ist es, die Behandlung einer breiteren Patientengruppe in Europa zugänglich zu machen. „Aufgrund der überhöhten Preise, die Gilead für Sofosbuvir fordert, haben Millionen Menschen mit Hepatitis C in Europa und der ganzen Welt keinen Zugang zu diesem neuartigen Medikament. Was nützt medizinische Innovation, wenn sich Menschen und Gesundheitssysteme die daraus resultierenden Produkte nicht leisten können?“, erklärt Gaëlle Krikorian von Ärzte ohne Grenzen in einer Meldung.

Die NGOs hoffen, dass sich ein Erfolg beim EPA auch außerhalb Europas auswirken könne. Außerdem geht es den Ärzten mit der Berufung darum, grundsätzlich ein Zeichen gegen den „Missbrauch des Patentsystems durch Pharmaunternehmen“ zu setzen. |

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