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Schulz-Asche fühlt sich bestätigt

„Union führt die Apothekerschaft an der Nase herum“

bro/ks | Der Auftritt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beim diesjährigen Deutschen Apothekertag in München war eine Enttäuschung für die Apotheker. Mit Spannung war er erwartet worden: Was für ein Paket würde er den Apothekern mitbringen? Am Ende waren es viele Ideen, doch keinerlei Vorstoß für ein Rx-Versandverbot. Auch die Gesundheitsexpertin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, meint dazu: „Vor Wahlen gibt man sich besonders gern als größter Freund der Apotheke vor Ort und verspricht dabei das Blaue vom Himmel.“
Foto: imago/Metodi Popow
Kordula Schulz-Asche von den Grünen attackiert in ihrer Pressemitteilung die Apothekenpolitik der Union.

Die Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik in der Bundestagsfraktion der Grünen ist nach der Rede Jens Spahns auf dem Deutschen Apothekertag überzeugt: Das vom ehemaligen Gesundheitsminister Hermann Gröhe versprochene und dann im Koalitionsvertrag festgehaltene Rx-Versandverbot wird nicht kommen. In einer ­Pressemitteilung macht sie unmittelbar nach dem Auftritt des CDU-Ministers deutlich: „Dass nach der Wahl dann von dem Versprochenen nichts kommt, scheint die Union nicht davon abzuhalten, diese unredliche Politik fortzuführen.“

Für Schulz-Asche steht außerdem fest, dass statt des Verbots längst ein ganzer Strauß an Maßnahmen zur Unterstützung der Apotheke vor Ort umgesetzt werden soll. Dazu zählt sie unter anderem die Einbindung der Apotheker in das Medikationsmanagement und eine entsprechende Vergütung. Das stärke sie als Heilberufler. Zur ­Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung spricht sich die Grüne jetzt zudem für einen Strukturfonds aus, der versorgungsrelevante Apotheken stützt.

Schon im vergangenen Jahr hatten die Grünen im Bundestag einen Gesetzentwurf eingebracht, in dem sie ein Höchstpreismodell forderten samt Erhöhung der Nacht- und Notdienstpauschale.

Grüne für „Apotheken light“

Spahn hatte in seiner Rede allerdings auch sehr viele neue Aufgaben für die Apotheker in Aussicht gestellt: Man müsse über Dinge wie Impfungen in der Apotheke, den Nacht- und Notdienstfonds oder neue Beratungs­honorare reden. Konkrete Umgestaltungspläne hatte der Minister aber nicht. Eine Aufweichung der wichtigsten Regeln im Apothekenmarkt, dem Fremd- und Mehrbesitzverbot, kann sich Spahn jedoch ausdrücklich nicht vorstellen. Schulz-Asche hingegen ist liberaler eingestellt und könnte sich auch die Aufweichung von Regularien vorstellen, die schon öfter diskutiert, aber bisher immer verhindert werden konnten – Stichwort „Apotheke light“. So meint sie, in einzelnen Regionen sollten „die Anforderungen zur Größe und Ausstattung einer Apotheke aufgelockert werden, um bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten“.

Schulze-Asche findet es „offensichtlich, dass die Apothekerinnen und Apotheker in der Union keinen verlässlichen Partner gefunden haben. [...] Das sollten Apotheker spätestens heute verstanden haben.“ |

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