DAZ aktuell

Impfen ist Arztsache!?

Hausärzte gegen Spahn-Vorschlag

ks | Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat beim Deutschen Apothekertag signalisiert, dass er sich Impfungen in der Apotheke vorstellen kann. Während sich etwa der BVDAK für diese Leistung stark macht, lehnt die ABDA sie ab – ebenso wie die Hausärzte.
Foto: Deutscher Hausärzteverband

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, reagierte prompt auf Spahns Vorschlag. Zwar könnten Apotheker beim Impfmanagement wichtige Aufgaben übernehmen, etwa indem sie die Patienten auf Impflücken hinweisen. „Die Impfung selber muss jedoch ohne Wenn und Aber bei einem Arzt durchgeführt werden“, so Weigeldt. Er verwies darauf, dass es in einzelnen Fällen, z. B. aufgrund bestimmter Allergien, zu Komplikationen kommen könne. Hier müsse ein Arzt unverzüglich eingreifen können. Zudem ist Weigeldt überzeugt: Um die Impfquoten nachhaltig zu steigern, sei es der „falsche Ansatz, die Verantwortung auf immer mehr Schultern zu verteilen“. Sinnvoller sei es, wenn die Patienten auch beim Impfen einen eindeutigen Ansprechpartner haben, der die Gesamtverantwortung trägt.

Auch der Präsident der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer, Erik Bodendieck, mahnte im Ärzteblatt: „Impfen ist kein Geschäft.“ Als Gesamtprozess „Indikationsstellung, Aufklärung, Durchführung und Nachsorge“ stehe es in ärztlicher Verantwortung; eine Übergabe an Nichtärzte bedeute eine schlechtere Versorgungspraxis für die Patienten. |

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