Adexa-Info

Apothekenlandschaft vor dem Umbruch?

Expopharm und DAT 2018

Sonnige Tage in München, aber am Apothekenhorizont ziehen neue dunkle Wolken auf: Das wurde auf dem diesjährigen Deutschen Apothekertag deutlich. Immerhin gab es auch Anzeichen, dass die Apothekerschaft in Zeiten des Fachkräftemangels nicht auf qualifizierte PTA und PKA verzichten will. Auf der Fachmesse wurden am ADEXA-Stand viele interessante Gespräche geführt und Neumitglieder geworben.

Mittwoch, 10. Oktober

Während am ADEXA-Stand die ersten Besucher begrüßt wurden, startete ADEXA-Juristin Minou Hansen die Vorbereitung für den Filialleiter-Workshop, der Teil des Seminarangebotes von Ausstellern war. Gemeinsam mit der AG Filialleitung bei ADEXA bietet dieses Format vor allem die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen in der gleichen Situation auszutauschen, sowie rechtliche Infos und Tipps zur guten Kommunikation im Team. Fazit nach vier Stunden Diskussion: eine wichtige und gelungene Veranstaltung, die sicher demnächst in einer anderen Region wiederholt wird.

Ab 14 Uhr war die Fachöffentlichkeit gespannt, welche Botschaften Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim Apothekertag (DAT) für die deutschen Apotheken im Gepäck hatte. Richtig konkret wurde es allerdings nicht: Weder wollte Spahn eine Zusage für die Umsetzung des (von ihm wenig geliebten) Rx-Versandverbotes machen, noch hatte er ein spruchreifes Alter­nativmodell dabei. Allerdings drückt Spahn jetzt aufs Tempo: Schon am Ende der nächsten sechs bis sieben Monate soll das Gesetzgebungsverfahren im Gange sein. Da müssen die Apotheker wohl schnell über einen Plan B entscheiden, auch wenn dies offiziell noch nicht laut gedacht werden darf.

Nach dem Vortrag von ABDA-Geschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz hakte ADEXA-Mitglied und Delegierte Elfriede Hoffmann ein: Beim Thema Ausbildung vermisste sie das Thema PKA – und kündigte den Veranstaltern deshalb einen Adhoc-Antrag an (siehe auch Seite 121).

Foto: ADEXA/sjo
Elfriede Hoffmann begründete die zwei Adhoc-Anträge, die ADEXA initiiert hatte.

Donnerstag, 11. Oktober

Am ADEXA-Stand verteilte Stefanie Pertz, Aktive bei den JuMis bei ADEXA, den druckfrischen Flyer für junge Mitglieder und solche, die es werden wollen.

Am Nachmittag ging es beim DAT um die Frage „Gesundheitskompetenz – wieviel weiß der Patient wirklich?“ Angesichts des täglichen Kundenkontakts wirkte diese Podiumsdiskussion mit vorhergehenden Impulsreferaten allerdings ein bisschen wie das Tragen von Eulen nach Athen.

Freitag, 12. Oktober

Nach dem Antragsblock zum Thema Digitalisierung, der keine großen Kontroversen aufwarf, wurde es am späteren Vormittag spannend: Ein sehr offen formulierter Antrag der Kammer Nordrhein zum Berufsbild PTA stand zur Abstimmung. In der Diskussion wurde aber auch ein Adhoc-Antrag von ADEXA-Delegierten vor­getragen, bei dem es explizit um die Forderung nach einer auf 30 Monate verlängerten Fachschulzeit ging. Nachdem bereits zuvor in der Debatte eine Verlängerung des Praktikums auf zwölf Monate angedacht worden war, sah sich die Mehrheit der Delegierten offenbar außerstande, mehr als ein vages Bekenntnis zu einem zukunftsweisenden und fachlich qualifizierten PTA-Berufsbild zu geben. Immerhin ist klar, dass ADEXA und BVpta die Interessen der Berufsgruppe der PTA weiterhin kämpferisch gegenüber dem Ministerium vertreten werden – und dazu gehört laut zweier Umfragen auch die verlängerte Fachschulzeit.

Foto: ADEXA/sjo
Elfriede Hoffmann (ADEXA-Delegierte), Ulla Odendahl (Leitung Berufsgruppe PKA) und Ellen Oetterer (ADEXA-Delegierte) gemeinsam mit Andreas May und Tanja Kratt (Vorstand) am ADEXA-Stand (v. l.).

Angenommen wurde ein weiterer Adhoc-Antrag aus den Reihen der ADEXA-Delegierten zum Berufsbild PKA. Hier wollen die Delegierten den Einsatz von Kammern und Verbänden verstärken, um Nachwuchs zu werben, Ausbildungsplätze zu schaffen und die Berufsgruppe insgesamt vor dem „Aussterben“ zu bewahren (siehe auch DAZ 2018, Nr. 41, Seite 109). Entsprechende Plakate hingen am ADEXA-Messestand aus.

Am Freitagnachmittag lockte dort auch wieder der Münchner Zeichner Mr. Kiss Besucherinnen und Besucher an, die ihr Schnellporträt mit nach Hause nehmen konnten.

Die DAT-Abschlussrede von ABDA-Präsident Friedemann Schmidt klang einigermaßen düster: Es wird sich vieles ändern, so seine Prognose. Das wirkte beunruhigend – zumal Jens Spahn für deutlich mehr Überraschungen gut ist als sein Vorgänger im Amt, Hermann Gröhe.

Foto: ADEXA/mvdh
Gute Beratung am ADEXA-Messestand auf der Expopharm in München.

Samstag, 13. Oktober

Der besucherstärkste Tag auf der Messe, die auch ADEXA-Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet anzog. Am ADEXA-Stand traf sich ADEXAs Erster Vorsitzender Andreas May mit dem BPhD-Präsidenten Max Willie Georgi und weiteren Vorstandsmitgliedern der Interessenvertretung der Pharmaziestudierenden.

ADEXAs Messechefin Minou Hansen zog am Samstagabend ein rundum positives Fazit der Expopharm – so wie auch die beiden ADEXA-Vorstände Andreas May und Tanja Kratt: „Wir bedanken uns bei allen ehrenamtlich Aktiven vom Messeteam, die wieder zum sehr guten Gelingen beigetragen haben. Und besonders auch allen berufspolitisch engagierten Delegierten aus den Reihen der ADEXA-Mitglieder und denjenigen, die die beiden von ADEXA initiierten Anträge unterstützt haben, ein großes Dankeschön!“ |

Sigrid Joachimsthaler

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