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DocMorris nutzt Vor-Ort-Apotheken

Geschäftsmodell der E-Commerce-Plattform Promofarma in Spanien

bro/ral | In Spanien betreibt DocMorris eine E-Commerce-Plattform, die nur mithilfe von Vor-Ort-Apotheken erfolgreich ist. Das Geschäftsmodell ist im Grunde das gleiche, das Noweda, Noventi und Co. hierzulande gerade entwerfen: Eine zentrale Versandplattform, bei der die Apotheken vor Ort die wichtigste Rolle spielen.

Vergangene Woche titelte die „Wirtschaftswoche“, dass DocMorris in Spanien Arzneimittel binnen einer Stunde ausliefern will. Konkret geht es in dem Beitrag um die spanische ­E-Commerce-Plattform Promofarma, die Zur Rose/DocMorris im Sommer 2018 gekauft hat. „Durch Promofarma sind wir in der Lage, unsere Medikamente in Spanien innerhalb einer Stunde auszuliefern“, sagt DocMorris-Vorstandschef Olaf Heinrich in dem Bericht. Aber wie kann das Konzept funktionieren? DocMorris und Zur ­Rose selbst haben keine Arzneimittel­lager in Spanien, geschweige denn eine Großhandels­lizenz. Wie also kann DocMorris selbst – wie die Wirtschaftswoche berichtet – die Arzneimittel in ganz Spanien innerhalb einer Stunde zum Kunden bringen?

Promofarma bringt Käufer und Verkäufer zusammen

Um die Fragen beantworten zu können, muss man sich das Geschäfts­modell von Promofarma genauer anschauen. Die 2012 gegründete Firma mit Sitz in Barcelona hat sich auf den Verkauf von „apothekenüblichen Produkten“ aus den Bereichen Gesundheit, Kosmetik und Körperpflege spezialisiert. In die Arzneimittelversorgung selbst ist das Unternehmen allerdings nicht eingebunden. Promofarma ist nichts anderes als ein IT-Unternehmen, das eine Bestell-Plattform entworfen hat. Auf dieser Plattform werden Käufer mit Verkäufern gewissermaßen zusammengeführt. Und die Verkäufer sind fast ausschließlich Vor-Ort-Apotheken. Die Pharmazeuten können selbst entscheiden, welche ­Ware sie über die Plattform anbieten wollen – wobei der Rx-Versand in Spanien strikt untersagt ist. Dem Kunden werden alle Produkte gezeigt, die die Apotheken im Angebot haben. Unternehmensangaben zufolge sind das inzwischen mehr als 50.000. Der Käufer kann dann entscheiden, ob er seine Bestellung in einer der teilnehmenden Apotheken abholt oder nach Hause ­liefern lässt. Bislang nehmen Promofarma zufolge etwa 500 Apotheken an der Plattform teil. Dass es in allen Regionen Spaniens eine teilnehmende Apotheke gibt, die innerhalb einer Stunde an den Kunden liefert, darf also zumindest angezweifelt werden.

Ein Modell auch für Deutschland?

Für die teilnehmenden Apotheken scheint das Geschäft sehr lukrativ zu sein: 2017 habe Promofarma einen Umsatz von rund 19 Millionen Euro erwirtschaftet, das entspreche einem Plus von 50 Prozent gegenüber 2016. Das teilte Zur Rose nach der Übernahme der Plattform mit. Wie viel die Plattform selbst, nun also DocMorris, von diesem Umsatz abgreift, ist nicht bekannt. Mit einem Blick auf den ­Umsatz ist allerdings klar: Für die Spanier ist die Arzneimittel-Bestellung online oder über das Smartphone und der darauf folgende Kontakt mit der inhabergeführten Apotheke vor Ort heute schon gang und gäbe.

Geht es nach DocMorris, soll sich das Geschäft nicht nur auf Spanien begrenzen. Sowohl Zur-Rose-Chef Walter Oberhänsli als auch Olaf Heinrich haben angekündigt, Promofarma nach Frankreich und Italien zu bringen. Und auch für Deutschland kann sich DocMorris-Chef Heinrich laut dem Wirtschaftswoche-Artikel das Modell vorstellen. Ist das nach der Noweda/Burda-Ansage und den vielen Versuchen der Rechenzentren, in diesem Markt aktiv zu werden, also der nächste große „Player“, der hierzu­lande mit einer Bestell-Plattform Geld verdienen will? |

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