Arzneimittel und Therapie

Kurz gemeldet

Ocrelizumab zugelassen

Der CD20-Antikörper Ocrelizumab (Ocrevus®) wurde für die parenterale Behandlung von Patienten mit schubförmiger multipler Sklerose zugelassen. Außerdem kann er bei früher primär progressiver MS je nach Krankheitsdauer, des Grads der Behinderung und bildgebender Befunde eingesetzt werden. Ocrelizumab wird alle sechs Monate intravenös verabreicht, die Initialdosis in zwei 300-mg-Infusionen im Abstand von zwei Wochen und die nachfolgenden Dosen als einzelne Infusionen von 600 mg.

Benralizumab zugelassen

Die EU-Kommission hat den Interleukin-5-Rezeptor Benralizumab (Fasenra®) als Zusatztherapie bei schwerem eosinophilem Asthma zugelassen, das trotz hoch dosierter inhalativer Glucocorticoide und langwirksamen Beta-Agonisten nur unzureichend kontrolliert ist. Der humanisierte monoklonale Antikörper bindet an die Alpha-Untereinheit des Interleukin-5-Rezeptors auf Eosinophilen und verstärkt durch eine Bindung an natürliche Killerzellen die Apoptose der Eosinophilen. Mit einer Fertigspritze wird Fasenra® subkutan injiziert. Die ersten drei Injektionen erfolgen in einem Abstand von vier Wochen, dann alle acht Wochen.

Letermovir zugelassen

Zur Prophylaxe einer Infektion mit dem Cytomegalie-Virus (CMV) und einer Reaktivierung bei erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern einer allogenen hämato­poetischen Stammzelltransplantation wurde der CMV-DNA-Terminase-Inhibitor Letermovir (Prevymis®) zugelassen. Er zählt zur neuen Klasse der nicht-nukleosidischen CMV-Inhibitoren (3,4-Dihydrochinazoline). Verfügbar werden einmal täglich einzunehmende Filmtabletten und intravenöse Injektionen sein.

Neue Kontraindikation für Saccharomyces boulardii

In einem Rote-Hand-Brief weisen die Zulassungsinhaber darauf hin, dass Arzneimittel mit Saccharomyces boulardii (z.B. Eubiol®, Perenterol®, Perocur®, Yomogi®) bei schwerkranken oder immunsupprimierten Patienten und bei Patienten mit zentralem Venenkatheter kontraindiziert sind. Es wurde in seltenen Fällen von Fungämien mit Fieber und Todesfolge berichtet. Neu ist der Hinweis, dass auch Patienten gefährdet sind, die selber nicht mit Saccharomyces boulardii behandelt werden, aber sich in unmittelbarer Nähe zu mit S. boulardii behandelten Patienten aufhalten. Für sie besteht das Risiko, sich über die Hände oder die Raumluft mit den Mikroorganismen zu kontaminieren. Deshalb sollte in Gegenwart von immunsupprimierten Patienten besonders auf die Handhabung der Produkte geachtet werden. Die Beutel und Kapseln sollten nicht in den Krankenzimmern geöffnet werden und während der Handhabung sind Handschuhe zu tragen. Die Fach- und Gebrauchsinformationen werden entsprechend ergänzt. S. boulardii ist indiziert zur unterstützenden symptomatischen Behandlung von Diarrhöen zusammen mit Rehydratation und/oder diätetischen Maßnahmen sowie in einigen Ländern auch zur Prophylaxe und Behandlung von Antibiotika-assoziierten Diarrhöen und rezidivierenden Clostridium-difficile-­Infektionen.

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