DAZ aktuell

„Es besteht großer Redebedarf“

Auszug aus einem Statement von David Sieveking

Foto: 2017 Flare Film Adrian Stähli
David Sieveking, Autor und Regisseur von „Eingeimpft“, mit Tochter Zaria

Impft man seine Kinder, oder nicht, oder wenn ja, wie? Fragen, denen sich alle verantwortungsbewussten Eltern stellen. „Eingeimpft“ soll kein Regelwerk sein, das ein jeder befolgen soll, sondern möchte ausschließlich darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich bin keineswegs gegen das Impfen. Ich bin dafür, dass die Impfprogramme verbessert werden und mehr Aufklärung betrieben wird. Wer mein Buch wirklich liest, merkt, dass sich auch die Aussagen des Films auf fundierte Ergebnisse meiner Recherchen stützen. Im Film stoßen die unterschiedlichsten Meinungen aufeinander. Ich möchte damit eine offene Debatte in der Sache auslösen und hätte nicht gedacht, dass ich pauschal und teils auch polemisch als Impfgegner verdammt werde, um jegliche Diskussion zu unterbinden. So wird etwa behauptet, ich würde den Verdacht äußern, Impfungen lösten Autismus aus, was im Film in keiner Weise behauptet wird. Im Buch wird sogar darauf hingewiesen, dass dieser Verdacht wissenschaftlich ausgeräumt ist. In meinem Film würde außerdem nicht erwähnt, dass Impfungen die natürlichen Mechanismen der Immunisierung nutzen. Dies ist völlig absurd, weil im Film genau dafür sogar mehrere erklärende Animationen gestaltet wurden. Auch wird unterstellt, dass der soziale Aspekt des Impfens, also der Schutz der Mitmenschen, bei unserer Impfentscheidung keine Rolle gespielt hätte. Das Gegenteil ist der Fall: Im Film beschäftigen sich mehrere Szenen mit dieser Frage und auch im Buch sind diese sozialen Gesichtspunkte zentral für die Entscheidung, unsere Kinder schließlich impfen zu lassen. Immer mehr Eltern entscheiden sich gegen das Impfen. Man wird sie nicht überzeugen können, wenn man jegliche offene und fachliche Diskussion mit Polemik verhindert. Die geballte Reaktion zeigt, dass es richtig und wichtig war, diesen Film zu machen und dieses Buch zu schreiben, denn offenbar besteht großer Redebedarf. Autor, Verlag und Filmverleih wünschen sich eine unvoreingenommene Debatte, vor dem Hintergrund, dass es sich bei „Eingeimpft“ um einen Film und ein Buch handelt, die ausschließlich die Entscheidungssuche einer Familie zeigen, die sich in jahrelanger, grundlegender Recherche intensiv und verantwortungsbewusst mit dem Thema auseinandersetzt und für sich letztendlich eine individuelle Entscheidung trifft.

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