Prisma

Auf gleicher Wellenlänge

Zusammenarbeit synchronisiert Hirnaktivität

us | Die Fähigkeit zur Kooperation ermöglicht es dem Menschen, komplexe Aufgaben gemeinsam zu lösen und machte ihn im Laufe der Evo­lution so erfolgreich. Nun ist es gelungen, genauer zu beleuchten, was dabei im Gehirn vor sich geht.
Foto: pathdoc – stock.adobe.com

Wer ein Mammut erlegen will, wird das kaum alleine schaffen. Nur durch Koordination ihrer Tätigkeiten war es den Menschen möglich, eine solche Herausforderung zu bewältigen. In früheren Studien konnte gezeigt werden, dass Menschen, die gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten und ihr Handeln koordinieren, sich sozialer und empathischer verhalten. Doch lässt sich die Zusammenarbeit auch im Gehirn nachweisen und sichtbar machen? Wissenschaftler des psychia­trischen Instituts der University of Pittsburgh ließen Probanden in Dreier­gruppen Aufgaben bewältigen. Die Versuchsteilnehmer mussten sowohl im Team als auch alleine ein Puzzle lösen. Außer­dem mussten sie anderen Personen dabei zuschauen. Während des Versuchs wurde mittels funktioneller Nahinfrarotspek­troskopie (fNIRS) die Hirnaktivität im präfrontalen Cortex aller Teilnehmer gemessen. Dabei konnte eine signifikante Synchronisation der Gehirn­wellen zwischen zwei kooperierenden Probanden beobachtet werden. Lösten zwei Personen dasselbe Puzzle separat, wurde keine neurale Synchronisation festgestellt. Diese Ergebnisse könnten zum besseren Verständnis von Entwicklungsstörungen wie Autismus beitragen, bei denen die soziale Interaktion beeinträchtigt ist. Frühere Studien haben gezeigt, dass die Entwicklung autistischer Kinder durch Verhaltenssynchronisation mit den Eltern positiv beeinflusst werden kann. |

Quelle

Fishburn FA et al. Putting our Heads Together: Interpersonal Neural Synchronization as a Biological Mechanism for Shared Intentionality. Soc Cogn Affect Neurosci 2018;doi:10.1093/scan/nsy060

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