DAZ aktuell

808.800 Mal „Pille danach“ abgegeben

Absatz in Apotheke steigt weiter

jb/ral | Wie die „Bild“-Zeitung am Wochenende unter Berufung auf ABDA-Zahlen berichtet hat, wurde in deutschen Apotheken im Jahr 2017 808.800 Mal die „Pille danach“ abgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 6,7 Prozent. Dass die Verkaufszahlen seit dem OTC-Switch stärker steigen als zuvor, führt die ABDA auf den leichteren Zugang zurück.

Die Zahl der in Apotheken abgegebenen „Pille danach“-Packungen ist bereits vor der Entlassung aus der Rezeptpflicht stetig gestiegen. Die absoluten Zahlen variieren je nach Quelle, aber die Tendenz ist dieselbe. So wurden nach Angaben von Insight Health Notfallkontrazeptiva mit den Wirkstoffen Levonorgestrel oder Ulipristalacetat im Jahr 2010 in knapp 342.000 Fällen verschrieben. 2014, dem letzten Jahr, in dem die Notfallkontrazeptiva komplett verschreibungspflichtig waren, gingen in Apotheken laut ABDA 475.000 Packungen über den HV-Tisch. Seit der Entlassung aus der Verschreibungspflicht geht die Kurve allerdings steiler nach oben: 662.000 Packungen im Jahr 2015, 757.000 im Jahr 2016 und 808.800 im Jahr 2017 (Quelle: Insight Health). Über den jüngsten Anstieg, der einem Plus von 6,7 Prozent im Vergleich zu 2016 entspricht und der der ABDA-Broschüre „Zahlen, Daten, Fakten“ zu entnehmen ist, hat nun die „Bild“-Zeitung berichtet. Im Vergleich zu 2014, dem letzten Jahr vor dem OTC-Switch, hätten sich die Abgaben um 70,1 Prozent erhöht, hieß es in dem „Bild“-Bericht weiter. Die ABDA schreibt dazu in ihrer Broschüre: „Der Gesetzgeber wollte Frauen den Zugang zu diesen Verhütungsmitteln erleichtern. Dementsprechend sind die Absatzzahlen in der Selbstmedikation angestiegen, während es einen deutlichen Rückgang ärztlicher Verordnungen gegeben hat.“

Abgegeben werden vor allem Ulipristalacetat-haltige Präparate. Daten von Iqvia (vormals Quintiles IMS) zufolge hatten EllaOne® und die entsprechenden Reimporte einen Marktanteil von 67 Prozent, die Levonorgestrel-haltigen Mittel, also Pidana® und Generika wie Unofem® oder Levonoraristo®, teilen sich die restlichen 33 Prozent. |

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