Aus den Ländern

Überraschung bei der Wahl der Vizepräsidenten in Bayern

Benkert für vier weitere Jahre als Präsident bestätigt

MÜNCHEN (jb) | Am 20. Juni fand in München die konstituierende Sitzung der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK) statt. Es standen hauptsächlich Wahlen auf dem Programm. Der neue Vorstand umfasst, ebenso wie der alte, neun Mitglieder: einen Präsidenten, zwei Vizepräsidenten und sechs Beisitzer. Zwei der bisherigen Vorstandsmitglieder traten nicht noch einmal an: die bisherige Vizepräsidentin Jutta Rewitzer und Prof. Dr. Frank Dörje, der sich in seiner neuen Funktion als ADKA-Präsident verstärkt der Weiterentwicklung der Klinischen Pharmazie widmen will.

Die 85 anwesenden Delegierten wählten den bisherigen Präsidenten und einzigen Kandidaten Thomas Benkert für seine dritte Amtszeit. Auch einer der beiden bisherigen Vizepräsidenten, Ulrich Koczian, wurde im Amt bestätigt. Neu besetzt ist hingegen das Amt des zweiten Vizepräsidenten, die bisherige Amtsinhaberin Jutta Rewitzer trat nicht mehr an. Bei dieser Abstimmung wurde es dann tatsächlich auch mal spannend. Alexander von Waldenfels, der im vergangenen Jahr für den Unterfranken Christian Machon in den Vorstand nachgerückt war, trat gegen Dr. Sonja Mayer an. Letztere wollte eigentlich nur als Beisitzerin kandidieren, entschied sich dann aber für eine spontane Kandidatur – und sie wurde gewählt. Mit 57 zu 26 Stimmen konnte sie sich gegen den männlichen Kandidaten durchsetzen. Als erste Beisitzerin wurde Cynthia Milz mit großer Mehrheit gewählt. Sie war auch bisher Mitglied des Vorstands und vertritt zudem die Belange der angestellten Apotheker auf Bundesebene. Weiterhin wurde Elke Wanie als zweite Beisitzerin bestätigt. Alexander von Waldenfels, der sich in der Wahl zum Vizepräsidenten nicht durchsetzen konnte, wurde schließlich ebenfalls zum Beisitzer gewählt.

Foto: BLAK
Der neue BLAK-Vorstand (v. l.) Franziska Scharpf, Dr. Sonja Mayer, Dr. Christoph Sturm, Elke Wanie, Cynthia Milz, Ulrich Koczian, Dr. Doris Unterreitmeier, Alexander Freiherr von Waldenfels, Thomas Benkert

Krankenhausapotheker mit neuem Gesicht dabei

Auch die Krankenhausapotheker sind wieder im Vorstand der BLAK vertreten, allerdings mit einem neuen Gesicht. Der bisherige Vertreter Prof. Dr. Frank Dörje, der seit Kurzem ADKA-Präsident ist, trat nicht mehr an, stellte aber seinen designierten Nachfolger gleich selbst vor: Dr. Christoph Sturm, der die Krankenhausapotheke in Dachau leitet und sich unter anderem für eine Reform der Approbationsordnung stark machen will, wie er erklärte. Auch er wurde mit großer Mehrheit gewählt. Ebenfalls wiedergewählt als Beisitzerin wurde Dr. Doris Unterreitmeier, die sich dafür einsetzen will, dass der Beruf des Apothekers und das Engagement derer, die ihn ausüben, in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen wird. Die Kandidatin für das Amt der sechsten Beisitzerin, Franziska Scharpf, wurde unter der Prämisse vorgeschlagen, den Vorstand mit mehr Frauen zu besetzen und zu verjüngen. Scharpf, die schon während ihres Studiums in England davon träumte, Medikationsanalyse und Medikationsmanagement in Deutschland zu etablieren, trat gegen die Oberstabsapothekerin Michaela Röckelein an, die überraschend nominiert wurde, und konnte sich durchsetzen. In seiner kurzen Antrittsrede sprach sich Benkert für eine Weiterentwicklung des Berufstandes aus, zum Beispiel hinsichtlich der Prävention und anderen Themenfeldern. Beim Thema Digitalisierung wies Benkert darauf hin, dass die Apotheken im Backoffice bereits extrem digitalisiert seien. Einem E-Rezept werde man sich nie widersetzen, sondern es aktiv mitgestalten. Was die Novellierung der Approbationsordnung bezüglich der Stärkung klinischer Pharmazie betrifft, läge man auf einer Wellen­länge mit der ADKA. Auch das Thema Nachwuchs sprach Benkert an. Er kündigte wie bereits auf der letzten Delegiertenversammlung im Vorfeld des Bayerischen Apothekertages an, sich für mehr Studienplätze starkzumachen. Allerdings muss sich seiner Meinung nach auch bei der Vergütung etwas tun. Junge Kollegen, die sich selbstständig machen wollen, brauchten Planungssicherheit, so Benkert. „Apotheker können viel beitragen für die Gesundheit der Menschen und ich werde alles daransetzen, dass man uns entsprechend unserer Ausbildung einsetzt“, schloss Benkert.

Dörje griff in seiner Abschiedsrede u. a. noch einmal die Defizite im Fach Klinische Pharmazie auf. So kann es seiner Ansicht nach nicht sein, dass es immer noch nicht an ­allen Instituten Planprofessuren für Klinische Pharmazie gebe. Die ADKA hat kürzlich ihre Grundpositionen zu Fragestellungen der pharmazeutischen Ausbildung und Postgraduierten-Weiterbildung veröffentlicht (siehe hierzu auch S. 13). |

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