Arzneimittel und Therapie

Augen auf bei Checkpoint-Inhibitoren

Fälle einer seltenen ophthalmologischen Nebenwirkung aufgetreten

Ophthalmologische Nebenwirkungen unter einer Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren sind selten und werden bei weniger als 1% der Patienten beschrieben. Bekannt ist das Auftreten von Entzündungen der mittleren Augenhaut und von Konjunktividen. Nun wurden erstmals in einer onkologisch-ophthalmolo­gischen Praxis drei Fälle einer uvealen Effusion diagnostiziert.
Foto: Light Impression – stock.adobe.com

Unter einer uvealen Effusion versteht man eine seröse Netzhautablösung in Verbindung mit einer peripheren Aderhautabhebung. Diese Sehstörung wurde bereits unter einer immun­onkologischen Therapie mit Ipilimumab beschrieben und trat nun auch in einer ophthalmologischen Spezialpraxis unter Checkpoint-Inhibitoren (Atezolizumab, Nivolumab oder Pembrolizumab) auf. Die Erkrankung wurde ein bis zwei Monate nach Beginn einer Therapie mit einem der Antikörper gegen das Öberflächenprotein Programmed cell death protein 1 (PD-1) oder dessen Liganden (PD-L1) diagnostiziert. Bei zwei Patienten verschwanden die Symptome sechs bis zwölf Wochen nach Therapieende; der dritte Betroffene verstarb an seiner Krebserkrankung. Wahr­scheinlich beruht die uveale Effusion auf einer immunassoziierten Ent­zündung und reiht sich in die Liste immunologischer Nebenwirkungen unter einer Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren ein. |

Quelle

Thomas M et al Uveal Effusion After Immune Checkpoint Inhibitor Therapy. JAMA Ophthalmol 2018;136(5):553-556

Apothekerin Dr. Petra Jungmayr

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