DAZ aktuell

Wenn die Bürgerversicherung kommt, kracht es

Ärzte sind „parat und gegebenenfalls widerstandsbereit“

bro/ral | Noch ist zwar unklar, ob es überhaupt zu einer Großen Koalition kommt – aber das von der SPD ins Feld geführte Thema „Bürgerversicherung“ sorgt bereits jetzt für heftigen Unmut bei der Ärzteschaft. Für sie steht fest: sollte die GKV/PKV-Trennung tatsächlich aufgeweicht werden, werden sie sich wehren.

Gleich mehrere Ärzteverbände laufen Sturm gegen die Forderungen der SPD nach einer Bürgerversicherung. Ganz vorne mit dabei sind der NAV-Virchowbund, der eigenen Angaben zufolge etwa 12.000 Mitglieder hat, sowie der Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) – ein Zusammenschluss mehrerer fachärztlicher Verbände. Der NAV-Virchowbund hat für seine Mitglieder ein Informationspapier zur Bürgerversicherung erstellt, das Ärzte nutzen können, um sich in Gesprächen mit Patienten auf das Thema vorzubereiten. Beide Verbände haben das Schreiben an ihre Mitglieder versendet.

Darin heißt es: „Das Informationspapier ‚Warum eine Bürgerversicherung zu einer echten Zweiklassenmedizin führt – Mythen und Legenden, politische Lügen und Wahrheiten‘ setzt sich mit den Argumenten der Befürworter auseinander und entzaubert die politischen Wunschvorstellungen, Fehlannahmen und Unwahrheiten.“

Die Verbände wünschen sich, dass die Mediziner vor Ort die im Schreiben vermittelten Informationen ihren Patienten „in leicht verständlicher Weise vermitteln“. Der SpiFa geht noch einen Schritt weiter. „Neben Information und Aufklärung soll mit dem Informationspapier aber auch deutlich werden, dass derzeit in der Gesundheitspolitik gravierende Veränderungen für die ärzt­liche Berufsausübung vorbereitet ­werden“, hat er seinen Mitgliedern geschrieben. Die Ärzte müssten daher „parat und gegebenenfalls widerstandsbereit“ sein. Der Verband sieht eine „harte Auseinandersetzung“ auf sich zukommen. Und weiter: „Dies kann auch die zeitweise Schließung von Praxen bedeuten.“ |

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