Prisma

Immunsystem im Fettgewebe

Gedächtnis-T-Zellen lauern auf Erreger

cae | Das weiße Fettgewebe ist ein Energiespeicher, der bei dem herrschenden Nahrungsüberangebot eher lästig ist und zudem die Ge­nese von chronisch entzündlichen Erkrankungen fördert. Nun wird berichtet, dass es die Infektabwehr wesentlich unterstützt.
SEM: Science Photo Library / Gschmeissner, Steve
Im Fettgewebe werden die Fettzellen (hier gelb; ∅ ca. 0,1 mm) durch das Netz des Bindegewebes zusammengehalten.

Im Fettgewebe auf einzelnen Organen (z. B. Perikard) und des Mesenteriums befinden sich Ansammlungen von Lymphozyten (fat-associated lymphoid cluster, FALC), die für die Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen. Nun haben amerikanische Infektiologen im Unterhaut- und Viszeralfett von Mäusen Gedächtnis-T-Zellen in großer Zahl entdeckt und ihre Funktion getestet: Vier Monate nach einer Infektion mit dem Bazillus Yersinia pseudotuberculosis infizierten sie diese Mäuse erneut. Darauf setzten deren Gedächtnis-T-Zellen im Fettgewebe viel γ-Interferon und TNF-α frei, wobei die Fettzellen sie mit einem Großteil der benötigten Energie versorgten. Die Mäuse blieben gesund, während eine Kontrollgruppe erkrankte.

Ob das Fettgewebe des Menschen ebenfalls einen größeren Beitrag zur Immunabwehr leistet, ist noch nicht bekannt. |

Quelle

Han S-J et al. White Adipose Tissue Is a Reservoir for Memory T Cells and Promotes Protective Memory Responses to Infection. Immunity 2017;47(6):1154-1168

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