Aus den Ländern

Apothekerstiftung verleiht Journalistenpreis

Fünf Beiträge zu Pharmazie und Apotheke ausgezeichnet

MÜNSTER | 12.500 Euro Preisgeld, fünf ausgezeichnete Beiträge und eine tiefgründige, jeden noch so kleinen Anhaltspunkt aufgreifende Recherchearbeit zu einem der womöglich größten Skandale im deutschen Gesundheitswesen, die die Arbeiten der anderen Bewerber in den Schatten stellte: Vor 150 Gästen aus Medienbranche und Gesundheitswesen im Schloßtheater Münster wurde am 23. April 2018 der 4. Journalistenpreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe verliehen.

Der erste Platz und damit verbunden ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro ging an das Recherchezentrum „Correctiv“ für seine Arbeit „Die Alte Apotheke“ zum Bottroper Skandal um Krebsmedikamente, der derzeit vor dem Essener Landgericht verhandelt wird. „Machen Sie weiter und kämpfen Sie gerade in der heutigen Zeit weiter um das Vertrauen des Publikums“, appellierte Professor Achim Baum (Hochschule Osnabrück/Campus Lingen) in seiner Laudatio an die Preisträger, „vielleicht kann dieser Preis Sie dabei unterstützen.“ Correctiv-Redakteur Bastian Schlange nahm den Preis gemeinsam mit seinem Team entgegen, das zeitweise in Bott­rop ein eigenes Büro betrieben hat, um vor Ort für die Bürger ansprechbar und erreichbar zu sein.

Foto: AK Westfalen-Lippe
Die Preisträger des Journalistenpreises der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe.

Auch der zweite Platz (2500 Euro) ging an Correctiv, an Marta Orosz für ihren Beitrag „Die Medikamente der Anderen“, der sich mit der Problematik von Parallel-Importen von Arzneimitteln beschäftigt hat. Diese führen laut Orosz dazu, dass Händler Arzneimittel in Ländern mit geringerer Kaufkraft aufkaufen, um diese unter anderem in Deutschland legal zu verkaufen. In den ärmeren Ländern seien diese teils lebenswichtigen Arzneimittel dann nicht mehr in erforderlichem Umfang verfügbar. Laudatorin Andrea Benstein (Studioleiterin WDR Münster) begründete den Jury-Entscheid: „Das war eine großartige Recherche, die Licht in diesen toten Winkel gebracht hat.“ Platz drei (2000 Euro) ging an Jacqueline Goebel für ihren Beitrag „Wenn Monopole krank machen“ in der Wirtschaftswoche.

Mit 1500 Euro und dem vierten Platz prämiert wurde der Fernsehbeitrag „Gefahr durch Multimedikation“ von Markus Böhle, der im Rahmen der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ ausgestrahlt wurde. „Mit seiner Geschichte zeigt der Autor auf, dass unsere hochspezialisierte medizinische Versorgung ausgerechnet beim Einfachsten scheitert: beim Datenabgleich, der nicht nur Fehlmedikationen verhindern, Leben retten und bessere Diagnosen ermöglichen würde“, sagte Stefan Nottmeier (Chefredakteur Antenne Münster) in seiner Laudatio.

Der fünfte Preis (1500 Euro) ging an den Multimedia-Beitrag „Pharmacrime – gefährliche Medikamente“ im Auftrag der ARD, für den Patricius Mayer, Anna Hunger und Daniel Harrich verantwortlich zeichnen. „Was hier geleistet wurde, ist genau das, was man von einer hervorragenden Reportage erwartet“, so Laudator Stefan Bergmann (Chefredakteur Emder Zeitung).

Die ausgezeichneten Beiträge

1. Platz: Die Alte Apotheke (Webcode: H7ZJ8)

2. Platz: Die Medikamente der Anderen (Webcode: D6GB5)

3. Platz: Wenn Monopole krank machen (Webcode: C7HB5)

4. Platz: Gefahr durch Multi­medikation (Webcode: N3LT8)

5. Platz: Pharmacrime – gefährliche Medikamente (Webcode: S8PE7)

Geben Sie auf DAZ.online in das Suchfeld den entsprechenden Webcode ein und Sie gelangen direkt zu den Beiträgen.

Der Fachjury gehört auch Gabriele Regina Overwiening (Vorsitzende der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe) an, die als einzige Apothekerin in der Jury für das Pharmazeutische in den Beiträgen der Bewerber verantwortlich ist. Sie betonte, wie hart um die Platzierungen gerungen wurde, und sagte: „Die Auswahl der Siegerbeiträge zeigt, dass es uns bei dem Preis nicht darum geht, uns selbst zu beweih­räuchern. Uns geht es darum, dass Journalisten sich fachlich sauber mit Themen rund um Apotheke und Pharmazie beschäftigen.“ |

Apothekerkammer Westfalen-Lippe

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