Aus den Ländern

Preis lobt den Koalitionsvertrag

Mitgliederversammlung des Apothekerverbands Nordrhein

cae | In der Mitgliederversammlung des Apothekerverbands Nordrhein am 18. April in Düsseldorf hat der Vorsitzende, Thomas Preis, an die Bundesregierung appelliert, das im Koalitionsvertrag festgelegte Rx-Versandverbot schnell umzusetzen, um die flächendeckende Infrastruktur der öffentlichen Apotheken als Maßnahme der Daseinsvorsorge zu stärken. Die Politik müsse sich entscheiden, ob sie die Versorgung weiter auf hohem Niveau sichern oder das bestehende System dem unge­zügelten Marktwachstum ausländischer Versandhändler opfern wolle.

Rx-Versandverbot

Rückblickend auf das EuGH-Urteil rief Preis in Erinnerung: „Durch das Urteil wurde die für unsere gemeinwohlorientierte heilberufliche Tätigkeit unerlässliche Gleichpreisigkeit von Arzneimitteln für ausländische Anbieter von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln aufgekündigt. Damit wurde der eindeutige Wille des deutschen Gesetzgebers ausgehebelt und gleichzeitig gerichtliche Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte in dieser Sache plötzlich und unerwartet negiert.“

Foto: AV NR
Thomas Preis

Schnell sei klar gewesen: Ohne Gegenmaßnahmen wird die sichere und flächendeckende Infrastruktur der öffentlichen Apotheken zugrunde gehen. Das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln mag zwar im Hinblick auf den freien Warenverkehr und Wettbewerb in Europa schwerfallen, aber Arzneimittel sind Waren der besonderen Art. Es gelte, „den sicheren Rund-um-die-Uhr-Zugang zu einer umfassenden Arzneimittelversorgung als Kernleistung eines funktionierenden Gesundheitssystems in unserem Land sicherzustellen“, so Preis.

Kein Schulgeld für PTA-Schüler

Im Koalitionsvertrag steht auch die Schulgeldfreiheit für Schüler an den PTA-Lehrakademien, denn die Koalitionäre wollen die Ausbildung in Gesundheitsfachberufen attraktiver machen. Derzeit muss ein PTA-Schüler in NRW bis nahezu 5000 Euro Schulgeld jährlich zahlen, so Preis, der die geplante Schulgeldfreiheit lobte: „Ebenso wie die Schülerinnen und Schüler entlastet werden, wird gleichzeitig ein stückweit eine bessere Gesundheitsversorgung der Menschen in einer immer älter werdenden Gesellschaft ermöglicht.“ Denn die Apotheken vor Ort könnten bald mehr dringend benötigte PTA einstellen.

Elektronischer Medikationsplan

Nicht nur die neue Regierung, auch die Heilberufe beabsichtigen, die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben, sagte Preis und stellte klar, dass die Heilberufler in den Anwendungen der Digitalisierung immer nur Instrumente zur Unterstützung der heilberuflichen Tätigkeit sehen: „Digitalisierung hat für uns lediglich dienenden Charakter und kann niemals die heilberufliche Entscheidung von Ärzten oder Apothekern im persönlichen Kontakt mit dem Patienten ersetzen.“

Im Hinblick auf die elektronische Patientenakte und den elektronischen Medikationsplan forderte Preis erneut, dass Apotheker wesentlich intensiver eingebunden werden müssten. Einen Medikationsplan ohne das fachliche Engagement von Apothekern dürfe es spätestens mit der zum 1. Januar 2019 geplanten Einführung des elektronischen Medikationsplans nicht mehr geben. Nur so könne mehr Therapie­sicherheit erreicht werden.

Bekenntnis zu freien Berufen

Abschließend hob Preis das klare Bekenntnis zu den freien Berufen in den Koalitionsverträgen sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch auf Bundesebene hervor. Die neue Koalition in Berlin setze bei der Organisation des Gesundheitswesens weiter auf die freiberuflichen Heilberufler, so Preis. |

Quelle: www.av-nr.de, 2018

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