Kongresse

Interdisziplinärer Austausch zum Thema Haut

22. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie

cb | Am 12. und 13. März fand in Berlin die 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) statt. Etwa 110 Teilnehmer informierten sich in rund 40 Vorträgen unter anderem über neueste Entwicklungen bei Arzneimitteln gegen Hautkrankheiten und bei Kosmetika, über Strategien zur Problemlösung bei Rezepturen sowie juristische und gesundheitsökonomische Fragestellungen.

Ziel der Tagung war auch in diesem Jahr die Fortbildung und der Gedankenaustausch zwischen Pharmazeuten, Dermatologen, Chemikern, Biologen, Juristen und anderen auf dem Gebiet der Dermopharmazie tätigen Fachleuten aus dem In- und Ausland. Die Themen der Vorträge spannten einen weiten Bogen von der dermopharmazeutischen Technologie, der Dermatopharmakologie, der Dermatotherapie, der Dermokosmetik, der Allergologie sowie der Hautkrebsprävention und -behandlung. Außerdem wurden juristische, gesundheitspolitische und gesundheitsökonomische Aspekte behandelt.

Ergänzend zu dem breitgefächerten Vortragsprogramm fanden eine wissenschaftliche Poster-Ausstellung und eine Fachausstellung der Industrie statt.

Foto: DAZ/cb
Tagungsleitung und -organisation (v. l.): Apothekerin Petra Liekfeld (Leiterin der GD-Fachgruppe Dermokosmetik), Apotheker Dr. Joachim Kresken (Vorsitzender der GD), Dermatologin Prof. Dr. Christiane Bayerl (wiss. Tagungsleiterin), Anne Kresken (Leiterin des Tagungsbüros), Dr. Siegfried Wallat (Leiter Technik).

Gedenken an Professor Korting

Am Beginn des wissenschaftlichen Hauptprogramms stand die Hans Christian Korting-Gedächtnisvorlesung. Sie erinnerte an den 2012 verstorbenen ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden und Mitbegründer der GD, Prof. Dr. Hans Christian Korting. Seit 2013 ist sie fester Bestandteil der GD-Jahrestagungen und wird jeweils von ehemaligen Kollegen und Weggefährten Professor Kortings gehalten. In diesem Jahr referierte Prof. Dr. med. Andreas Schmuth, Innsbruck, über neue Erkenntnisse zur Pathogenese und Therapie entzündlicher Dermatosen.

Den Mann als Kosmetikkunden entdecken

Großes Interesse fand bei den Tagungsteilnehmern das Symposium der GD-Fachgruppe Dermokosmetik, das die Unterschiede zwischen Männer- und Frauenhaut im Allgemeinen und im Speziellen die Unterschiede zwischen Kosmetika für Männer und Frauen beleuchtete. Apothekerin Petra Liekfeld stellte in ihrem Vortrag fest, dass im Kosmetiksortiment der Apotheken spezielle Produkte für die Männerhaut kaum Bedeutung haben. Ihrer Ansicht nach könnte es sich aber lohnen, dem Mann als Kosmetikkunden in der Apotheke mehr Beachtung zu schenken. Dazu müsse man wissen, worauf die männlichen Anwender Wert legen. Viele von ihnen wollen durch Kosmetika ihre Bedeutung und Wichtigkeit unterstreichen. Dabei sind ihnen gute Funktionalität und Haptik wichtig, ebenso müssen die Produkte leicht erhältlich sein. Multifunktionalität, Effizienz und High-Tech spielen eine Rolle. Zudem reagieren Männer eher auf rationale als auf emotionale Beratungsargumente. Der Duft eines Produkts sollte „typisch männlich“ sein. Cremes sollten schnell einziehen, ohne ein klebriges Hautgefühl zu hinterlassen. „Keep it short and simple“ (KISS) ist laut Liekfeld eine gute Strategie, um Männer für Apotheken­kosmetik zu begeistern.

Weitere Höhepunkte des Tagungsprogramms

Ein Highlight der Tagung war auch der Vortrag von Dr. Christopher Platt vom Dermatologischen Zentrum der Universität Manchester (UK), der über die Biologie des Wimpernwachstums referierte. Bezüglich der Anatomie und des Wachstums der Wimpern gibt es einige Unterschiede zu den Kopfhaaren. Die Erkenntnisgewinnung ist jedoch schwierig, da es an geeigneten Modellen mangelt. Kürzlich ist es gelungen, ein dreidimensionales Modell zu entwickeln, in dem dermale Papillazellen und Keratinozyten der Wimpern gemeinsam kultiviert werden. Dies ermöglicht es, Substanzen zu testen, die das Wimpernwachstum beschleunigen. Dennoch gibt es noch viele offene Fragen, beispielsweise warum Wimpern später ergrauen als andere Körperhaare, welcher Mechanismus dem Kräuseln der Wimpern zugrunde liegt und wo sich die Wimpern-Stammzellen befinden.

Ein Update zu neu zugelassenen Arzneimitteln zur Behandlung der Psoriasis gab Dr. med. Sandra Philipp von der Charité Berlin. Prof. Dr. med. Carola Berking, LMU München, stellte die neuesten Wirkstoffe zur Behandlung des malignen Melanoms vor. In beiden Indikationen haben Biologika in den vergangenen Jahren die Therapie regelrecht revolutioniert. Die Referentinnen waren der Ansicht, dass es nun darauf ankommt, für jeden Patienten die wirksamste und dabei nebenwirkungsärmste Wirkstoffkombination zu identifizieren.

Das Portfolio der Leitlinien, die die GD-Fachgruppen erarbeiten, wird durch die neue Leitlinie „Dermokosmetika gegen Hyperpigmentierung“ erweitert. Prof. Dr. Christiane Bayerl stellte die aktuellste Fassung vor, die nach einem finalen Update voraussichtlich im April 2018 erscheinen wird. |

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