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Grippeimpfstoffe werden zum Politikum

Versorgung im Nordosten in Gefahr? Apothekerverbände und Kasse verteidigen ihr Festpreis-Modell

BERLIN (ks) | Die künftige Versorgung mit Grippeimpfstoffen im Nordosten Deutschlands sorgt weiter für Unruhe. Nicht nur beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Auch Karin Maag, gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, ärgert sich.

Die AOK Nordost und die Apothekerverbände Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben kürzlich eine neue Vereinbarung zu Grippeimpfstoffen geschlossen. Sie entspricht der Vereinbarung der Vorjahre – nur hat sie nun quadrivalente statt trivalente Impfstoffe zum Gegenstand. Demnach können Ärzte Grippeimpfstoffe aller am Markt befindlichen Hersteller verordnen. Sofern sie generisch verordnen, gilt jedoch ein Festpreis von 10,95 Euro pro Impfdosis. Die Vertragspartner betonen, dass die Vertragsärzte in der Auswahl des Impfstoffes in keiner Weise eingeschränkt sind. Der BPI sieht dagegen das Patientenwohl gefährdet und fürchtet Engpässe, weil de facto nur mit Mylan ein Vertrag bestehe.

Auch Maag ist skeptisch. „Das Verhalten der AOK im Nordosten ist zwar legal. Aber Impfstoffe sind anfällig in der Herstellung. Wir haben die Rabattverträge in diesem Bereich daher mit Absicht abgeschafft. Aus meiner Sicht wird dieser Beschluss nun aber umgangen, mit der Folge, dass die Versorgung in Gefahr gerät.“ Werde nach dem Gesetzgeber geschrien, so Maag, würden alle vertraglichen Schlupflöcher grundsätzlich dicht gemacht.

Die Apothekerverbände betonen indes, das Verfahren sei bewährt und biete der Industrie eine verlässliche Grundlage. Die Äußerungen des BPI bezeichneten sie in einer gemeinsamen Mitteilung mit der AOK als „Panikmache“, die Patienten grundlos verunsichere. |

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