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Ab 2019 Cannabis „made in Germany“?

BMG rechnet mit deutschem Cannabis-Anbau im kommenden Jahr

bj/ral | Die Bundestagsfraktion der Linken hatte vor Kurzem eine Kleine Anfrage zur Versorgungslage mit medizinischem Cannabis gestellt. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat nun geantwortet. Es ist zuversichtlich, dass der Medizinalhanf-Anbau in Deutschland trotz ­eines laufenden Klageverfahrens wie geplant in 2019 starten kann.
Foto: openrangestock - stock.adobe.com

Seitdem es gesetzlich möglich ist, Cannabisblüten auf Rezept zu verordnen, ist die Liefersituation für Medizinalhanf angespannt. Bisher ist der Bedarf durch Importe geregelt. Ab 2019 soll auch ein Anbau in der Bundesrepublik möglich sein. Für den Import und den Anbau ist in Deutschland die Cannabis­agentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zuständig. Im vergangenen Jahr hatte sie ein Ausschreibungsverfahren für den Anbau im Zeitraum von 2019 bis 2022 gestartet. Ein Unternehmen, das bei dieser Ausschreibung leer ausgegangen ist, hat Klage eingereicht. Der Starttermin des deutschen Cannabis-Anbaus könnte dadurch gefährdet sein. Die Linksfraktion hatte daher bei der Bundesregierung nachgefragt, wie der Stand in Sachen Cannabis-­Anbau ist. Laut dem Antwortschreiben ist das BMG der Ansicht, dass der Starttermin 2019 für den deutschen Anbau eingehalten werden kann. Wie die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach (CDU) schreibt, könne das Vergabeverfahren für den Cannabisanbau trotz anhängigem Gerichtsverfahren fortgeführt werden. „Dies war zweckentsprechend, um den für 2019 geplanten Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland zu erreichen“, begründet Fischbach.

Der drogenpolitische Sprecher der Linken, Niema Movassat, ist allerdings skeptisch. „Aufgrund der Klage gegen die Ausschreibung der Bundesregierung ist es utopisch, 2019 mit einer Cannabisernte in Deutschland zu rechnen. Der Optimismus der ­Bundesregierung ist unverständlich“, bekräftigt Movassat. Seiner Meinung nach wird sich die Versorgungssituation, die zum aktuellen Zeitpunkt bereits stark angespannt ist, weiterhin verschärfen. |

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