Apotheke und Markt

Für die Therapiesicherheit

Scholz Datenbank berücksichtigt jetzt auch Niereninsuffizienz

Die Scholz Datenbank bietet seit Kurzem eine neue Funktion: Der MDDI-Calculator berücksichtigt nun auch die Niereninsuffizienz. Damit wird die intensivierte Ausrichtung der Scholz Datenbank auf eine „Persona­lisierte Medizin“ bzw. „Precision Medicine“ wesentlich komplettiert, da nunmehr die Beeinflussung der Pharmakokinetik und der Pharmakodynamik eines Arzneimittels bei Polypharmazie mit multiplen Interaktionsmechanismen und unter Berücksichtigung des pharmakogenetischen Status und zusätzlich der Nierenfunktion mit einer Rechenoperation bzw. einem Mausklick ermittelt werden kann. Die Scholz Datenbank ist nun erstmals in der Lage, bei Vorgabe von Patientenprofilen mit Polymorphismus und unterschiedlichem Grad der Niereninsuffizienz auch in komplexen Szenarien der Polypharmazie Schätzwerte für die Änderungen der Exposition (AUC) und daraus resultierende Dosisanpassungen eines Arzneimittels zu ermitteln. Grundlegender Gedanke dabei ist, dass die totale Clearance eines Arzneimittels abhängig ist von der Summe der Eliminationskonstanten der relevanten Metabolisierungs- und Ausscheidungsprozesse. Die Einbeziehung der Nierenfunktion als Parameter bedeutet daher, dass neben den Beeinträchtigungen, die die extrarenale Fraktion aufgrund von Interaktionen oder Polymorphismus betreffen, die Reduktion der Clearance bei mehr oder weniger nierenabhängigen Arzneimitteln infolge von Niereninsuffizienz zusätzlich beachtet wird. Diese Reduktion wird entsprechend der üblicherweise verwendeten Rechenmechanik nach Dettli in Abhängigkeit von der Creatinin-Clearance berechnet. Diese Betrachtungsweise führt dazu, dass die renale Komponente der Ausscheidung nicht unbedingt 50 Prozent und größer als die extrarenale Fraktion sein muss, sondern dass auch kleinere Anteile an der Gesamtclearance dazu führen können, dass Niereninsuffizienzen verschiedener Schweregrade im Zusammenspiel mit anderen Faktoren eine erhebliche Veränderung der AUC verursachen können, in deren Folge eine Dosisanpassung oder eine Substitution notwendig wird.

Nach der Einführung des MDDI-Calculators sind in der neueren Datenbankentwicklung mit der Integration von Pharmakogenetik und Niereninsuffizienz zwei herausragende Meilensteine auf dem Entwicklungspfad der Scholz Datenbank als Decision-Support-System der personalisierten Medizin und schließlich der AMTS erreicht worden. Anwender werden nach Abschluss der Integration und Tests der relevanten Arzneimittel, die einerseits von Transporter- und Metabolisierungsprozessen andererseits von der renalen Elimination betroffen sind, voraussichtlich im 1. Quartal mit dieser neuen Funktionalität arbeiten können.

ePrax GmbH, Dessauerstraße 9, 80992 München, www.scholz-datenbank.de

Die Meldungen in der Rubrik Apotheke und Markt werden mithilfe von Firmeninformationen erstellt.

Das könnte Sie auch interessieren

ADG-Schnittstelle zur Scholz Datenbank

Für mehr AMTS

Sturzprophylaxe mithilfe der Scholz-Datenbank

Vor Stürzen schützen

Wie sich die physiologischen Organfunktionen bei älteren Patienten verändern

Wer oder was ist „alt“?

Datenbanken zur Durchführung einer Medikationsanalyse

To „Tool“ or not to „Tool“

Wie die Scholz-Datenbank die Risikoanalyse unterstützt

Medikationsanalyse – leicht gemacht

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.