Wirtschaft

Die „letzte Meile“ bis zum Kunden

US-Kurierdienst startet tagesaktuelle Apothekenbelieferung

ts | In Kalifornien will der US-Lieferdienstleister Deliv ab sofort Apotheken mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln beliefern. Wie das Unternehmen mitteilte, richte sich das Angebot an Onlineapotheken, Einzelhändler oder Apothekenketten

Der Strukturwandel im Arzneimittelhandel bringt immer wieder neue Ideen und Unternehmen hervor. Nun hat in den USA der auf die „letzte Meile“ spezialisierte Express-Lieferdienst Deliv angekündigt, in die tagesaktuelle Belieferung mit verschreibungspflich­tigen Arzneimitteln einzusteigen. Der neue Dienst namens „Deliv Rx“ ist für die „letzte Meile“ zwischen Großhändler beziehungsweise Hersteller und der Apotheke gedacht. Neben Arzneimitteln will das Unternehmen außerdem medizinische Geräte, Laborausrüstung oder Artikel für den Krankenhausbedarf liefern. Neben Onlineapotheken, Einzelhändlern oder Apothekenketten wie etwa Walgreens oder Kay Pharmacy sollen auch Tierärzte und Tier-Apotheken von dem Angebot profitieren können. Im Auftrag seiner Geschäftspartner übernimmt das Unternehmen die Vor-Ort-Auslieferung zu den Kunden und umwirbt aktiv Handelsunternehmen verschiedener Branchen, Liefertätigkeiten an den Expressdienst auszulagern. Deliv ist bislang überwiegend in US-Städten tätig und betreibt selbst keine Lager.

Foto: Sherry Young – stock.adobe.com

Hart umkämpfter Markt

Deliv weist darauf hin, dass das Geschäft mit dem Handel und der Lieferung verschreibungspflich­tiger Arzneimittel in den USA bereits hart umkämpft sei. Neben den Onlineapotheken und Lieferfirmen wie Phil, PillPack, Script Drop, ZipDrug oder Alto gebe es bereits mehrere Anbieter, die eine tagesaktuelle Belieferung anbieten wie Phox Health, Nimble, NowRx oder GetMyRx. Statt in Konkurrenz zu diesen Unternehmen zu treten, suche Deliv mit seiner Spezialierung auf die „letzte Meile“ vielmehr die Kooperation mit diesen Firmen, um gemeinsam mehr Marktmacht zu erreichen. Dabei könne der neue Dienst vor allem kleineren Apotheken helfen, gegen große Ketten zu bestehen. Die Kunden könnten bei der Bestellung zudem zwischen verschiedenen Lieferfristen wählen, wobei meistens ein Zeitfenster von ein bis drei Stunden genommen werde. Deliv weist darauf hin, derzeit in 35 US-Regionen tätig zu sein. Die Auslieferung rezeptpflichtiger Medikamente sei die „nächste große Herausforderung im Geschäft mit der taggleichen Lieferung“, teilt Vorstandschefin Daphne Carmeli mit. Deliv ist 2012 aus einem Crowdsourcing-Projekt hervorgegangen und hat sich zum Ziel gesetzt, Waren aus verschiedenen Branchen am Tag der Bestellung auszuliefern. An dem in Menlo Park ansässigen Express-Kurier sind unter anderem der Paketdienst UPS sowie Venture-Capital-Gesellschaften aus dem Silicon Valley beteiligt. |

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