Wirtschaft

Erkältungen wichtig für den Ertrag 

APOkix-Indizes: Lage schlechter, Stimmung weiter trüb

cha | Während die APOkix-Teilnehmer die aktuelle Geschäfts­lage im Dezember 2017 noch mit 96,3 Punkten beurteilten und damit der Jahresbestwert erreicht wurde, stürzte das Konjunkturbarometer im Januar 2018 auf 85,0 Punkte ab. Die Aussichten für die nächsten 12 Monate dümpeln mit 59,7 Punkten weiter unter der 60-Punkte-Marke, die seit dem EuGH-Urteil zu den Rx-Boni nur einige Male knapp überschritten wurde. Bei 100 Punkten halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage.

Im Januar beurteilten die APOkix-Teilnehmer ihren Geschäftsverlauf wesentlich schlechter als noch im Dezember: 19,5 Prozent der Befragten gaben an, dass die aktuelle Geschäftslage sehr oder eher positiv sei, im Vormonat waren dies 27,8 Prozent. Eine deut­liche Zunahme um 5,3 Punkte gab es bei „neutral“, eine weniger starke um 3 Punkte bei eher oder sehr negativ.

Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten sind nach wie vor geprägt vom EuGH-Urteil zu den ­Rx-Boni: Seither umspielen sie die 60-Punkte-Linie. Im Januar rechneten mehr als die Hälfte der APOkix-Teilnehmer damit, dass sich ihre wirtschaftliche Lage verschlechtern wird, nur jeder achte erwartet eine Verbesserung.

Das Konjunkturbarometer passt zum trüben Januarwetter: 11,3 Punkte Rückgang bei der aktuellen Lage, die Erwartungen dümpeln um die 60-Punkte-Marke.

Gegen die Erkältung mit 11 bis 15 Euro

Passend zur Jahreszeit, beschäftigte sich die Frage des Monats dieses Mal mit Erkältungspatienten. Knapp ein Viertel der Erkältungspatienten kauft bei den APOkix-Teilnehmern sowohl rezeptpflichtige als auch rezeptfreie Medikamente/Produkte, knapp 40 Prozent erwerben ausschließlich rezeptfreie. Ein starkes Drittel löst lediglich ein Rezept ein – hier stellt sich die Frage, ob da bei dem einen oder anderen Kunden die Chance auf einen Zusatzverkauf nicht genutzt wurde.

Im Vordergrund der Selbstmedikation steht die Abgabe eines wirksamen Arzneimittels – das geben 80 Prozent der APOkix-Teilnehmer an. Knapp ein Viertel empfiehlt (möglicherweise zusätzlich) eine nicht medikamentöse Therapie, rund jeder sechste schickt den Kunden zum Arzt.

Doch was geben die Patienten aus, um ihre Erkältungssymptome zu lindern? Gut die Hälfte lässt im Rahmen der Selbstmedikation 11 bis 15 Euro in der Apotheke, knapp ein Viertel 16 bis 20 Euro und knapp jeder fünfte zwischen 6 und 10 Euro. Jeweils 1,4 Prozent geben bis zu 5 Euro oder mehr als 20 Euro aus. Das legt nahe, dass die Testkäufer in diversen Fernsehsendungen, die die Apotheke mit prall gefüllter Tasche verlassen, doch sehr seltene Einzelfälle sein müssen ...

In der Summe sind die Erkältungspatienten durchaus wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg einer Apotheke. So stimmen fast 90 Prozent der APOkix-Teilnehmer der Aussage zu: „Der Verkauf von Produkten zur Behandlung von Erkältungen im Rahmen der Selbstmedikation hat eine hohe Bedeutung für den Ertrag meiner Apotheke.“ Rund drei Viertel der Befragten greifen das Thema Erkältung in ihren Apotheken aktiv auf und bewerben Arzneimittel und Therapiemöglichkeiten, z. B. durch Aufsteller, Flyer und Prospekte.

APOkix wird vom Kölner Institut für Handelsforschung initiiert und durchgeführt, die Noweda eG unterstützt APOkix im Rahmen eines Sponsorings, Medienpartner ist der Deutsche Apotheker Verlag.

Starke Konkurrenz durch Versender

Die Konkurrenz der Versender ist auch im Erkältungssektor deutlich zu spüren. Knapp die Hälfte der APOkix-Teilnehmer hat den Eindruck, „dass Erkältungspatienten ihren Bedarf an Medikamenten im Rahmen der Selbstmedikation immer häufiger im Internet und nicht in einer Apotheke vor Ort ­decken“. Dem entspricht, dass bei einem guten Drittel der Befragten die Anzahl der Erkältungspatienten gegenüber dem Vorjahr stark gesunken ist. |

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