Wirtschaft

Apotheker sind enttäuscht vom Deutschen Apothekertag

APOkix-Teilnehmer: Zu viele Fragen blieben offen / Beim Konjunkturindex trübt sich die Stimmung weiter ein

cha | Im Vorfeld des Deutschen Apothekertages im Oktober 2018 hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, einen Lösungsvorschlag zum Versandkonflikt nach München mitzubringen. Umso größer war die Enttäuschung, als Spahn nicht „lieferte“ – das zeigt die APOkix-Umfrage vom November 2018.

Zwar geben knapp sechs von zehn der rund 200 befragten Apothekenleiter an, dass beim Deutschen Apothekertag insgesamt die rich­tigen Themen beleuchtet wurden. Dennoch ist die Enttäuschung über die Ergebnisse groß: 49 Prozent der APOkix-Teilnehmer sind „sehr unzufrieden“, weitere 48 Prozent „eher unzufrieden“. Dabei hatte mehr als die Hälfte der Befragten ohnehin nur geringe Erwartungen.

Bemängelt wird von mehr als 90 Prozent der APOkix-Teilnehmer, dass der Deutsche Apothekertag „leider noch viele Fragen offen gelassen“ habe. Immerhin hatten mehr als 70 Prozent erwartet, dass Bundesgesundheitsminister Spahn auf dem Deutschen Apothekertag konkrete Lösungsvorschläge zum Versandhandelskonflikt präsentiert. Dennoch wissen es knapp 70 Prozent der Befragten zu schätzen, dass Spahn beim Deutschen Apothekertag offen für die Diskussion wichtiger Themen war.

Bei der Frage nach zukünftigen Entwicklungen im Versandkonflikt zeigen sich die APOkix-Teilnehmer gespalten: 48 Prozent der Befragten haben hohe Erwartungen an die anstehenden Verhandlungen zwischen der ABDA und Bundesgesundheitsminister Spahn, während 52 Prozent sich davon nichts versprechen.

Dass das Vertrauen in das Verhandlungsgeschick der ABDA bei vielen Apothekern nicht allzu groß ist, zeigt sich auch daran, dass neun von zehn Befragten die Forderung begrüßen, dass eine Reformkommission die Stärken und Schwächen der ABDA analysieren und ihre politische Schlagkraft optimieren soll.

Bemerkenswert ist, dass sich knapp ein Drittel der Befragten überhaupt nicht für den Deutschen Apothekertag interessiert, da dieser keine Auswirkungen auf den Apothekenalltag habe.

Die APOkix-Konjunkturindizes spiegeln die schlechte Stimmung wider.

Blick auf die aktuelle Lage ist wieder pessimistischer

Die Stimmung unter den APOkix-Teilnehmern hat sich in den letzten Monaten wieder deutlich verschlechtert. Während im März – auf dem Höhepunkt der Erkältungswelle – der Konjunkturindex für die aktuelle Geschäftslage bei 105,6 Punkten lag, sank er in den folgenden Monaten fast kontinuierlich ab und erreichte im November 80,3 Punkte. Dies ist der niedrigste Stand seit Juli 2017 mit 78,3 Punkten. Vor einem Jahr lag der Konjunkturindex noch 8,5 Punkte höher als aktuell. Bei 100 Punkten halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage.

Noch deutlich pessimistischer fällt der Blick auf die erwartete wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten aus. Nachdem dieser Index im August mit 70,7 Punkten zum zweiten Mal nach dem EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016 die 70-Punkte-Linie überschritten hatte, sank er nun wieder auf 60,3 Punkte.

Jeder Zweite erwartet eine Verschlechterung

Dabei erwartet knapp die Hälfte der Befragten eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage, 14 Prozent befürchten sogar einen starken Rückgang, 35 Prozent einen leichten. Nur rund jeder zehnte APOkix-Teilnehmer rechnet mit einer (leichten) Verbesserung der Situation. Ein wesentlicher Grund für die schlechte Stimmung dürfte vor allem die Ungewissheit darüber sein, welche Maßnahmen Gesundheitsminister Spahn im Versandkonflikt ergreifen wird. |

APOkix wird vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) initiiert und durchgeführt, die Noweda eG unterstützt APOkix im Rahmen eines Sponsorings, Medienpartner ist der Deutsche Apotheker Verlag.

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