Gesundheitspolitik

Zoll warnt vor Betrügern

11. Aktionswoche gegen illegalen Arzneimittelhandel

ks | Die deutschen Zoll- und Polizeibehörden haben vom 9. bis 16. Oktober 2018 im Rahmen der von Interpol initiierten Operation PANGEA XI den Handel mit gefälschten und illegalen Arzneimitteln im Internet ins Visier genommen. Beamte zogen ins­gesamt 1209 ausländische Brief- und Paketsendungen mit rund 99.989 Tabletten, Kapseln und Ampullen aus dem Verkehr.

Bereits zum elften Mal fand Mitte Oktober die internationale Aktionswoche gegen illegalen Arzneimittelhandel im Internet statt. Die Hauptzollämter Frankfurt am Main, Gießen und Dresden kontrollierten verstärkt Pakete, Päckchen und Briefe mit Arzneimitteln, insbesondere an den Standorten der Paketzentren am Flughafen Frankfurt sowie in Niederaula und in Radefeld. Laut einer Pressemitteilung zogen die Zöllnerinnen und Zöllner insgesamt 1209 ausländische Brief- und Paketsendungen mit rund 99.989 Tabletten, Kapseln und Ampullen aus dem Verkehr. Rund 80 Prozent der sichergestellten Präparate waren (vermeintliche) Potenzmittel. Aber auch verbotene Nahrungsergänzungsmittel sowie Beruhigungs- und Schmerzmittel wurden konfisziert. Laut Zoll stammten die meisten Sendungen aus Indien, gefolgt von Hongkong, Polen und der Schweiz. Koordiniert wurde die Teilnahme der deutschen Behörden durch das Zollkriminalamt (ZKA) und das Bundeskriminalamt (BKA). Insgesamt beteiligten sich an der Operation 116 Staaten sowie die Weltzollorganisation (WZO), Europol, Pharmaunternehmen und internationale Zahlungs- und Zustellungsdienstleister.

Wie es in der Pressemeldung von ZKA und BKA heißt, ermittelten die Polizeibehörden nach der letzten Aktion dieser Art von Januar bis August 2018 in 132 Verfahren gegen die Betrüger. Dazu kämen 305 Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Arzneimittel­gesetz sowie über 1000 Verfahren wegen Verstößen gegen das Antidopinggesetz, die der Zollfahndungsdienst im Jahr 2017 geführt habe. Zudem bestehe für Verbraucher die Gefahr, betrogen zu werden, mahnt der Zoll: Seriös erscheinende Online-Apotheken kassierten das Geld ihrer Kunden; die entsprechende Warenlieferung erfolge jedoch nicht. Eine weitere Gefahr lauere in „Werbe-E-Mails“, die über das Angebot hinaus Schadsoftware enthalten. ZKA und BKA raten, nur in der Apotheke vor Ort oder bei zugelassenen Online-Apotheken zu kaufen. |

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