Wirtschaft

Großhandel ist der wichtigste Partner

APOkix-Barometer: Die Stimmung fällt ins Sommerloch

cha | Der pharmazeutische Großhandel ist der wichtigste Partner für die Apotheken und unerlässlich für die angemessene Versorgung der Patienten – das zeigt die aktuelle APOkix-Umfrage, an der mehr als 200 Apothekenleiter teilgenommen haben.

Die Zufriedenheit mit diesem wichtigsten Partner ist bei den APOkix-Teilnehmern groß: Sehr zufrieden sind 35 Prozent der Befragten, eher zufrieden 59 Prozent. Nur jeder Hunderste ist sehr und jeder Zwanzigste eher unzufrieden. Ganz konkret sind jeweils mehr als 90 Prozent der Befragten zufrieden mit dem Bestellaufwand, der Liefergeschwindigkeit, dem Sortiment, den Serviceleistungen, der Liefergenauigkeit und der Lieferqualität.

Das APOkix-Barometer zeigt zwar nach unten, aber beide Indizes liegen um mehr als 8 Punkte höher als im Vorjahr.

Deutliche Kritik an der Transparenz der Rechnungen

Der einzige Punkt, bei dem die Unzufriedenheit überwiegt, ist die Transparenz der Rechnungen: Hier ist ein gutes Viertel der Befragten sehr und ein weiteres knappes Drittel eher unzufrieden, nur gut 40 Prozent sind zufrieden.

Die Apothekenleiter wissen die Leistungen des Großhandels auch durchaus zu schätzen. Mehr als 90 Prozent sind der Ansicht, dass die Leistungsfähigkeit ihrer Apotheke „wesentlich von den Leistungen des pharmazeutischen Großhandels“ abhängt. Fast alle Befragten halten es für „unerlässlich, dass ich vom pharmazeutischen Großhandel möglichst noch am Tag der Bestellung beliefert werde“.

Dennoch locken natürlich die finanziellen Vorteile des Direktbezugs. 75 Prozent der APOkix-Teilnehmer würden eigentlich gerne nur beim pharmazeutischen Großhandel bestellen, da „das Direktgeschäft (...) aber unschlagbare Konditionen bietet“, bestellen sie „häufig auch dort“.

Direktbezug unbequemer, aber günstiger

Knapp drei Viertel der Befragten bestellen mehrmals im Monat bei einzelnen Herstellern oder über Herstellerplattformen (z. B. pharmamall, PharmLog), weitere 15 Prozent etwa einmal im Monat. Der direkte Bezug beim Hersteller schneidet allerdings aus Apothekersicht bei den erbrachten Leistungen im Durchschnitt deutlich schlechter ab als der Großhandel. Lediglich die Transparenz der Rechnungen – und damit die Schwachstelle des pharmazeutischen Großhandels – wird beim Direktbezug besser bewertet als beim pharmazeutischen Großhandel: 90 Prozent der Befragten sind damit sehr oder eher zufrieden.

APOkix wird vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) initiiert und durchgeführt, die Noweda eG unterstützt APOkix im Rahmen eines Sponsorings, Medienpartner ist der Deutsche Apotheker Verlag.

Stimmung verschlechtert sich weiter

Das Sommerloch, das auch vor den meisten Apotheken nicht halt macht, drückt weiterhin auf die Stimmung: Die Indizes für die Apothekenkonjunktur verschlechtern sich im Juli im Vergleich zu den Vormonaten. So sank der Index für die aktuelle Geschäftslage auf 86,7 Punkte nach 92,8 Punkten im Juni.

Noch pessimistischer fällt der Blick auf die erwartete wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten mit einem Indexwert von 64,9 aus. Im Juni lag er mit 68,2 Punkten zwar etwas höher, aber immer noch unter der 70-Punkte-Marke, die seit dem EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016 nur einmal knapp überschritten wurde. Dennoch ist die Stimmung deutlich besser als vor einem Jahr: Im Juli 2017 waren beide Indexwerte gut acht Punkte niedriger. Bei 100 Punkten halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage. |

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