Gesundheitspolitik

Tarifverhandlungen geplatzt

TRAUNSTEIN (cha) | Keine Einigung gab es bei der ersten Runde der Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband ADA und der Apothekengewerkschaft Adexa.

Die am vergangenen Mittwoch gestarteten Tarifverhandlungen zwischen der Apothekengewerkschaft Adexa und dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) wurden ergebnislos vertagt.

„Wir haben gefordert, Tarifgehälter für alle Berufsgruppen zu erhöhen“, teilte die zweite Adexa-Vorsitzende Tanja Kratt per Pressemeldung mit. Doch darauf sei der ADA nicht eingegangen und hätte lediglich „eine Umgruppierung ohne nennenswerte Steigerungen vor­geschlagen“.

Tarifvertrag Nordrhein als Vorbild

Der Vorsitzende des ADA Theo Hasse sieht dies ganz anders: Adexa habe 5,63 Prozent mehr Gehalt gefordert, die Apotheken hätten aber lediglich eine Steigerung von 3 Prozent erwirtschaftet und 0,2 Prozent im Rohgewinn verloren, davon müssten die Inhaber auch leben. Statt einer prozentualen Steigerung über alle Berufsgruppen habe der ADA etwas Innovatives machen wollen und vorgeschlagen, den Gehaltstarif Nordrhein zu übernehmen. Dieser habe mehr Zwischenstufen bei den Berufsgruppen und in einzelnen Gruppen habe es deutliche Steigerungen gegeben.

Der neue Tarif Nordrhein, bei dem es ungefähr ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem alten Tarif Nordrhein gegeben habe, sei am 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Da die Adexa diesen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren selbst ausgehandelt habe, sei der ADA davon ausgegangen, so Hasse, dass man darauf aufbauen könne. Man sei bereit gewesen, noch etwas „draufzulegen“. Wie groß der prozentuale Zuwachs des ADA-Angebots gegenüber dem alten bundesweiten Tarifvertrag konkret gewesen wäre, wollte Hasse gegenüber der AZ allerdings nicht sagen.

Hasse kritisierte, dass die Adexa vor allem ihrer eigenen Klientel, die in hohen Berufsjahrgruppen zu finden sei, nutzen wolle, während die ADA das Ziel habe, dass die Angestellten „von unten her schneller zu mehr Geld“ kämen.

Keine Einigung gab es auch bei dem Adexa-Vorschlag, Filialleiter und Angestellte, die sich regel­mäßig fortbilden, besserzustellen. Die Arbeitgeberseite will dies den einzelnen Apothekenleitern überlassen. Im August soll es weitere Gespräche geben. |

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