Gesundheitspolitik

Kommentar: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Dr. Christine Ahlheim

Die Tarifverhandlungen zwischen ADA und ADEXA sind vorerst gescheitert. Zu weit gingen die Vorstellungen über die zukünftigen Gehälter auseinander. Dabei dürfte den meisten klar sein, dass die angestellten Apotheker im Vergleich zu anderen Berufsgruppen mit einer ähnlich anspruchsvollen Ausbildung zu schlecht bezahlt werden. Während die Einstiegsgehälter noch akzeptabel sind, ist nicht einzusehen, dass ein gestandener Apotheker mit 15 Jahren Berufserfahrung nach Tarif weniger verdient als ein Assistenzarzt an seinem ersten Arbeitstag.

Das Problem ist jedoch, dass sich ein großer Teil der öffentlichen Apotheken eine adäquate Bezahlung ihrer Approbierten nicht leisten kann. Dass das System dennoch funktioniert, liegt daran, dass diesen Beruf vor allem Frauen ausüben, die finanziell durch einen Ehemann abgesichert und froh über einen wohnortnahen (Teilzeit-)Arbeitsplatz sind.

Auf Dauer kann es so aber nicht weitergehen. Wenn die Pharmazie auch in Zukunft die klügsten Köpfe anziehen will, muss sie im Hauptbetätigungsfeld der Absolventen, den öffentlichen Apotheken, finanzielle Perspektiven bieten. Und selbst wenn die im Einzelfall durchaus ge­geben sind, muss sich dies für jeden sichtbar im Tarifvertrag niederschlagen.

Gefragt ist hier die Politik. Mit einer Honorarerhöhung, die insbesondere kleinere Betriebe erheblich besserstellt, wäre einiges möglich. Wer dagegen über Honorarsenkungen oder Höchstpreise schwadroniert wie die 2HM-Gutachter oder die Monopolkommission, sollte auch klar und deutlich sagen, wie sich dies auf die Gehälter der Apothekenangestellten auswirken würde.

Dr. Christine Ahlheim

 

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