Wirtschaft

Novartis bezahlte Cohen

Geschäfte mit Donald Trumps Anwalt

eda | Michael Cohen, der Anwalt von US-Präsident Trump, soll aus Beraterverträgen, unter anderem mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis, mehrere Millionen Dollar kassiert haben. Über eine Scheinfirma wickelte er die Geschäfte ab und verkaufte sein Insiderwissen.

Schon bevor Donald Trump ins Weiße Haus einzog, war Michael Cohen als Anwalt für ihn tätig. Nach dem Wahlsieg wurde klar, dass für Cohen kein Posten – z. B. als Stabschef – vorgesehen ist. Also nutzte er die Nähe zum Präsidenten in anderer Weise aus. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, soll er seit Ende 2016 große Unternehmen beraten haben und so mindestens 4,4 Millionen Dollar einkassiert haben.

Novartis bezahlte am besten

Geldgeber waren u. a. der Schweizer Pharmakonzern Novartis sowie eine Firma mit Verbindungen zum russischen Oligarchen Viktor Wekselberg. Nachdem Michael Avenatti, der Anwalt der Pornodarstellerin Stormy Daniels, auf seinem Twitter-Account die Zahlungen in der vergangenen Woche öffentlich machte, befragten mehrere US-Medien die genannten Unternehmen und erhielten Bestätigungen. Alle Zahlungen gingen demnach an eine Briefkastenfirma, die Cohen eingerichtet hatte, um der Pornodarstellerin Daniels Schweigegeld zu überweisen, damit sie nichts über die angebliche Affäre mit Trump erzählt.

Mit 1,2 Millionen Dollar bezahlte Novartis am meisten für die Beratertätigkeiten von Anwalt Cohen. Man habe sich von ihm Rat in ­gesundheitspolitischen Fragen gewünscht, sagte ein Novartis-Sprecher. Trump hätte im Wahlkampf den Umbau des amerikanischen Gesundheitssystems angekündigt und über zu hohe Arzneimittelpreise geschimpft. Daher habe man wissen müssen, was er vorhabe, so Novartis. Welche Informationen Cohen genau gab, ist nicht klar. Es hätte sich gezeigt, dass er nicht das liefern könnte, was man sich von ihm erhofft hatte. Trotzdem bezahlte Novartis ihm 100.000 Dollar jeden Monat. „Das war ein Fehler“, räumt das Unternehmen nun ein. |

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