Arzneimittel und Therapie

Parkinson über Haut diagnostizieren

Jahre vor typischer Symptomatik

rr | Die Diagnose Morbus Parkinson wird beim Auftreten der charakteristischen Bewegungsstörungen gestellt. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits ein Großteil der Nerven untergegangen. Eine Hautprobe kann wesentlich früher Gewissheit bringen.

Deutschen Forschern ist es erstmals gelungen, die Parkinson-Erkrankung über eine kleine Hautprobe festzustellen – und zwar noch Jahre vor Ausbruch der typischen Bewegungsstörungen wie Zittern, Steifigkeit und verlangsamte Beweglichkeit. Ermöglicht wird dies durch den Nachweis von pathologischen Eiweißablagerungen in den feinen Nervenenden der Haut. Der Biomarker Alpha-Synuclein ist schon lange als neuropathologisches Kennzeichen von Morbus Parkinson bekannt. Sein Nachweis im Gehirn ist Goldstandard der Diagnose, allerdings erst post mortem.

Dass sich Alpha-Synuclein nicht nur im Gehirn ablagert, sondern auch in der Haut, konnten Würzburger Forscher bereits 2014 beweisen. In einer neuen Studie fanden sie phosphoryliertes Alpha-Synuclein schon in dermalen Nervenfasern von Patienten mit einer REM-Schlafverhaltensstörung, die als charakteristisches Frühsymptom der Parkinson-Krankheit gilt.

Mit der frühen Diagnose durch die minimalinvasive Hautbiopsie rückt eine präsymptomatische Parkinson-Therapie in den Bereich des Möglichen. |

Quelle

Meilenstein: Hauttest erlaubt frühe Parkinsondiagnose. Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Parkinson Gesellschaft (DPG) vom 14. Februar 2017

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